Zusammenfassung
Die chronische Strahlenproktitis ist eine Langzeitkomplikation nach Bestrahlung von Tumoren des kleinen Beckens. Sie tritt mit einer Häufigkeit von 5 − 7 % auf. Durch die Schädigung der Rektummukosa klagen die Patienten u. a. über Hämatochezie, Durchfall und Schmerzen. Die Effektivität der zur Verfügung stehenden Lokaltherapeutika wie 5ASA-Präparate und kurzkettige Fettsäuren ist begrenzt. Zur Anwendung kam bisher v. a. die Argon-Plasma-Koagulation. Bedingt durch die unterschiedliche und nicht immer exakt steuerbare Eindringtiefe können Ulzera, Fisteln, Stenosen und anale Strikturen entstehen. Zwischen Juli 2011 und März 2012 behandelten wir 2 Patienten mit Prostatakarzinom und stattgehabter, lokaler Radiatio des kleinen Beckens. Anamnestisch wurden rektale, transfusionspflichtige Blutabgänge beklagt. Zur lokalen RFA wurde das BARRX-Halo-90-System verwendet. Bereits am darauf folgenden Tag konnte ein deutlicher Rückgang der Blutauflagerungen im Stuhl beobachtet werden. Die Prozedur wurde jeweils 4-mal im Abstand von maximal 3 Monaten durchgeführt. Eine posttherapeutische Reepithelialisierung verhinderte das Auftreten von Rezidivblutungen. Komplikationen wie Strikturen wurden nicht beobachtet.
Abstract
Chronic radiation proctitis can develop after radiation therapy of pelvic malignancies. Symptoms include haematochezia, diarrhoea, tenesmus, urgency, faecal incontinence, and rectal pain. Various therapies have been attempted with argon plasma coagulation (APC) currently being the treatment of choice, but complications such as ulceration and stricture are commonly encountered. There are limited data suggesting that radiofrequency ablation (RFA) may be an effective alternative to APC, in particular in transfusion-dependent patients. Here we report two cases of chronic radiation proctitis, one of whom was transfusion-dependent, who were safely and successfully treated with focal RFA. Haematochezia decreased significantly the day subsequent to treatment, and transfusion independence was achieved after a single session. Three to four sessions were required to eradicate the neovascular lesions. Post-therapeutic rectal re-epithelialisation occurred, and no bleeding was encountered during up to nine months of follow-up.
Schlüsselwörter
untere gastrointestinale Blutung - RFA - Strahlenproktitis
Key words
lower GI tract bleeding - radiofrequency ablation - radiation proctitis