Schlüsselwörter
HIV-Infektion - Neuro-Aids - HIV-assoziierte neurokognitive Störung - Komorbiditäten - opportunistische Infektionen
Keywords
HIV-infection - neuro-aids - HIV-associated neurocognitive disorder - comorbidities - opportunistic infecctions
Einleitung
Aus neurologischer Sicht hat sich in den letzten Jahren ein gewisser Wandel in der Versorgung HIV-Infizierter ergeben. Die Mehrzahl der Patienten ist durch eine chronische HIV-Infektion mit gut kompensiertem Immunstatus gekennzeichnet. Auch wenn die Dauer der HIV-Infektion und die CD4-Zellzahl einen guten klinischen Anhalt über die Immunkompetenz des Patienten geben, eignen sie sich doch nur bedingt zur Eingrenzung des differenzialdiagnostischen Spektrums, da die große Mehrzahl der Patienten stabile, häufig formal „normwertige“ CD4+-Helferzellen erreicht, ohne dass dies einer physiologischen Immunkontrolle gleichzusetzen ist. Die HIV-Infektion ist eine behandelbare Erkrankung geworden, die bei guter Adhärenz die Lebenserwartung kaum mindert.
Die HIV-assoziierte neurokognitive Störung (HAND)
Die HIV-assoziierte neurokognitive Störung (HAND)
In der Prä-cART-Ära (vor der Einführung der modernen antiretroviralen Kombinationstherapien 1996) korrelierte die Prävalenz neurokognitiver Defizite HIV-Infizierter mit dem Abfall CD4+-positiver Lymphozyten. 20 – 30 % der Betroffenen waren zum Zeitpunkt ihres Todes dement [1]. Die „klassische“ HIV-assoziierte Demenz ist durch motorische, kognitive und emotionale Defizite charakterisiert, die Patienten zeigen niemals eine Aphasie oder Apraxie. Heutzutage ist die Symptomausprägung milder [2]. Außerdem stehen statt wie früher motorische, meist kognitive Einbußen im Vordergrund, wobei allerdings nach wie vor die motorischen Symptome – insbesondere bei älteren Patienten – am sensitivsten Verschlechterungen erfassen [3]. Trotz der modernen antiretroviralen Kombinationstherapien treten bei HIV-Infizierten auch heute noch neurokognitive Störungen auf, die seit einer Konsensuskonferenz 2005 in Frascati unter dem Begriff “HAND” (HIV-associated neuro-cognitive disorders) zusammengefasst [4] bzw. als „Frascati“-Kriterien bezeichnet werden. Man unterscheidet 3 Stufen, das HIV-assoziierte, neuropsychologische Defizit (ANPD), das milde, HIV-assoziierte neurokognitive Defizit (MNCD) und die HIV-assoziierte Demenz (HAD), denen bestimmte Definitionskriterien zugrunde liegen ([Tab. 1]).
Tab. 1
AAN-Definitionen der HIV-assoziierten neurokognitiven Erkrankungen (HAND) von 2007 [4].
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keine vorbestehende Ursache
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kein Delir
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erworbenes Defizit in ≥ 2 kognitiven Domänen
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Behinderung im Alltag
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asymptomatisches neuropsychologisches Defizit (ANPD)
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√
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√
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√
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nein
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mildes neurokognitives Defizit (MND)
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√
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√
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√
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wenig
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HIV-assoziierte Demenz (HAD)
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√
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√
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immer
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schwer
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Die Diagnosen dürfen nur gestellt werden, wenn pathologische neuropsychologische Testprofile in einem Mindestabstand von 4 Wochen gleichsinnig reproduziert werden können, d. h., es müssen dieselben Tests abnorme Ergebnisse zeigen.
Anamnese, Fremdanamnese und Screening
Zur Differenzierung zwischen aktiven und inaktiven „HAND“-Stadien werden Anamnese und Fremdanamnese genutzt. Hierzu können speziell entworfene Fragebögen [5] herangezogen werden, die durch die Kombination mit Surrogatmarkern der HIV-Infektion eine gewisse Spezifität (im zitierten Fall 0,6218) erreichen.
Abb. 1 Modifiziert nach Arendt [5].
Fragebögen wie der vorgenannte münden in einen Score, der Wahrscheinlichkeiten, neurokognitive Defizite zu haben, angibt, sodass diejenigen Patienten, die einer ausführlichen neuropsychologischen Testung unterzogen werden sollten, erfasst werden. Im Falle des vorgenannten Fragebogens ist ein Score-Wert bei > 7 prädiktiv für kognitive Einbußen.
Auch ANPD und MNCD sowie die heute vorherrschende, attenuierte Form der HAD haben negative Auswirkungen auf den Erfolg im Beruf, die Therapietreue und somit auf das Überleben der Patienten. Es wird kontrovers diskutiert, ob ein „Screening“ bei jedem HIV-positiven Patienten durchgeführt werden sollte, wie in einer Konsensuspublikation aus dem Jahr 2013 [6] empfohlen wurde, oder ob dies primär auf Patienten mit subjektiven kognitiven Defiziten zu beschränken ist.
In jedem Fall sollten vor der Einleitung weiterer diagnostischer Schritte aktiver Drogengebrauch (Urinuntersuchung) und andere psychiatrische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Auch Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie (die Einnahme von Efavirenz kann zu Depressionen, einigen Publikationen zufolge [7] bei Langzeitbehandelten auch zu kognitiven Einbußen führen) müssen differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.
Diagnostische Methoden
Nach Ausschluss bzw. unter Berücksichtigung von Komorbiditäten (z. B. auch einer Hepatitis-Virus-C-Ko-Infektion) sollten HIV-positive Patienten in einem ersten diagnostischen Schritt einer neuropsychologischen Testung entsprechend den „Frascati“-Kriterien unterzogen werden, also mindestens 5 Tests absolvieren, die zeitabhängig sein und z. B. Aufmerksamkeit, psychomotorische Geschwindigkeit, mentale Flexibilität und räumlich-konstruktive Fähigkeiten erfassen sollten. Hierfür geeignet sind u. a.:
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der Trail-Making-Test Form A + B
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der Digit-Symbol-Test
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der Stroop-Colour-Word-Test
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der Wisconsin-Card-Sorting-Test
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der Grooved-Pegboard-Test sowie
die Testung der formal-lexikalischen und semantisch-kategoriellen Wortflüssigkeit, wobei – je nach Ausstattung der Institution – auch ausgedehntere Testbatterien zur Anwendung kommen können.
Sind weniger als 2 von mindestens 5 Tests auffällig, empfiehlt sich eine Kontrolle in 6 – 12 Monaten, bei pathologischen Resultaten in 2 Tests in 3 – 6 Monaten, bei mehr als 2 pathologischen Tests ist die Diagnostik um – falls noch nicht erfolgt – eine ausführliche neuropsychologische Testung, ein kraniales Kernspintomogramm und eine Lumbalpunktion mit Bestimmung der HI-Viruslast im Liquor sowie ggf. einem Resistenzprofil zu erweitern.
Bildgebende Diagnostik
Die kraniale Kernspintomografie ist in der klinischen Routine die Methode der Wahl; sie schließt zerebrale opportunistische Infektionen (Zytomegalie-Virus-Enzephalitiden, JC-Virus-Infektionen, Toxoplasma-gondii-Abszesse) und zerebrale Lymphome aus und weist häufig – vor allem in den T2-gewichteten und FLAIR-Sequenzen – fleckförmige Echoanhebungen in den hemisphärischen Marklagern und/oder den subkortikalen Kernstrukturen oder flächige, periventrikulär betonte, hyperintense Zonen ohne Entsprechungen in den T1-Wichtungen nach; es handelt sich bei diesen Befunden nicht um Entmarkungen, sondern um interstitielle Wasseransammlungen, die unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie rückläufig sein können [8]. Ausgeprägte kernspintomografische Veränderungen sind im Zeitalter der cART selten geworden; in den weltweit alternden Kohorten (man rechnet damit, dass 2017 knapp über 50 % aller HIV-Positiven älter als 50 Jahre sein werden) sind sie von vaskulären Erkrankungen (subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie) abzugrenzen, was im Einzelfall schwierig sein kann, zumal viele HIV-Patienten ein breites vaskuläres Risikoprofil haben. Hilfreich kann eine Kernspinspektroskopie (MRS) sein; man kann mit dieser Methode über reduzierte N-Acetyl-D-Aspartat-Spiegel eine Beeinträchtigung neuronaler Zellfunktionen nachweisen, ebenso über erhöhte Gliazell-Marker (Myoinositol, Cholin) eine Zellmembrandysfunktion, eine erhöhte zelluläre „Turnover“-Rate bzw. eine Gliazellaktivierung [9]. Diese Befunde sind unter einer cART ebenfalls reversibel, allerdings nicht so schnell wie der Abfall der CD4+-Zellen oder der Anstieg der Liquor-Viruslast. Mit der MRS kann man auch neurotoxische Nebenwirkungen einer Langzeit-cART nachweisen [10], wobei die klinische Bedeutung dieser spektroskopischen Messergebnisse noch unklar ist.
Befunde im Liquor
Unter einer cART sind Pleozytosen und Gesamtproteinerhöhungen meistens rückläufig, IgG-Erhöhungen und oligoklonale Banden persistieren häufig im Liquor. Allgemein akzeptierte Biomarker gibt es nicht, aber die Bestimmung der Liquor-Blut-Albumin-Ratio und des Neopterins lässt Rückschlüsse auf den Funktionszustand der Blut-Hirn-Schranke und eine intrathekale Immunaktivierung in Frühstadien der HIV-Infektion (ANPD, MNCD) zu [11]
[12], ebenso wie die Bestimmung der Neurofilament-Leichtkettenproteine in Spätstadien (HAD) neuronale Zelldysfunktionen indizieren kann [13]. Die Bestimmung der HI-Viruslast im Liquor korreliert nicht immer positiv mit klinischen Symptomen oder neuropsychologischen Defiziten, ist nicht selten in Anwesenheit opportunistischer Erreger erhöht und normalisiert sich nach erfolgreicher Behandlung des jeweiligen Erregers. Etwa 10 % der HIV-Infizierten zeigen im Liquor ein „viral escape“-Phänomen, d. h., eine Virusreplikation im Liquor trotz effektiver Suppression im Blut oder eine höhere Virusreplikation im Liquor im Vergleich zum Blut [14]. In solchen Fällen muss man eine Resistenzanalyse der Liquor-Virusvarianten durchführen lassen, um Diskordanzen erfassen und die antiretrovirale Therapie anpassen zu können (zu weiteren Einzelheiten siehe auch Abschnitt „Besonderheiten der Liquordiagnostik bei HIV-Infektion).
Kofaktoren
Es gibt demografische und HIV- oder therapieassoziierte Kofaktoren HIV-assoziierter Gehirnerkrankungen, die zudem durch genetische virus- oder wirtimmanente Eigenschaften, Schädel-Hirn-Traumata in der Vorgeschichte, epileptische Anfälle, Drogen- und Alkoholabhängigkeit bzw. Vitamin- oder Hormonmangelzustände beeinflusst werden können. Demografische Kofaktoren sind Alter [3], mangelnde Bildung sowie fehlender Zugang zu den modernen antiretroviralen Therapien [15]. Direkt virusassoziierte Kofaktoren sind: lange Dauer der HIV-Positivität, niedriger CD4+-Zell-Nadir, niedrige aktuelle CD4+-Zellzahlen [16], eine hohe Plasma-Viruslast [17] und zerebrale, opportunistische Infektionen in der Vorgeschichte [18]. Shiramizu et al. fanden eine gute Korrelation zwischen HAND und der Virus-DNA in infizierten Monozyten [19], therapieassoziierte Kofaktoren sind: niedrige Therapietreue, suboptimale Behandlung mit im Blut und/oder Liquor nachweisbarer Viruslast bzw. Therapieunterbrechungen [20], ein geringer „CNS-Penetration-Effectiveness“-Score [21] sowie die potenzielle Neurotoxizität der antiretroviralen Therapie [22].
Kandidatengene mit einer Korrelation zu neurokognitiven Defiziten sind das Mannose bindende Lectin-2 = MBL2 und APOE e4 [23], virale Gene mit Bezug zur Kognition sind die CD4+-binding site des envelope-Gens, das Transaktivatorgen („tat“) und das „viral protein“ (Vpr).
Komorbiditäten
Richtunggebende Komorbiditäten für die Entwicklung neuro-kognitiver Störungen sind psychiatrische Erkrankungen, insbesondere Depressionen, die präexistent sein, infektionsassoziiert auftreten oder Therapiefolge sein können, Hepatitis-Virus-C-Konfektionen, eine floride Syphilis, kardiovaskuläre Ereignisse in der Vorgeschichte bzw. ein breites vaskuläres Risikoprofil, Anämien oder Thrombozytopenien [24], das Immun-Rekonstitutions-Syndrom (IRIS) und neurodegenerative Erkrankungen, die zudem wichtige Differenzialdiagnosen beim alternden HIV-Patienten sind. Komorbiditäten beeinflussen das Auftreten HIV-assoziierter neurokognitiver Störungen so deutlich, dass sie im Rahmen der „Frascati-Kriterien“ Berücksichtigung finden, d. h., sie sind zusätzlich zu vermerken (zu weitere Einzelheiten siehe Abschnitte „Depressive Episoden, Bedeutung von Komorbiditäten“).
Differenzialdiagnosen
Die wichtigsten Differenzialdiagnosen sind neurodegenerative (M. Alzheimer, M. Pick, u. a.), vaskuläre und prioneninduzierte Demenzen. Sie sind durch klinische und neuropsychologische Untersuchungen sowie durch den gezielten Einsatz technischer Zusatzmethoden (EEG, Bildgebung und Liquoranalysen) abzugrenzen. So haben Alzheimer-Kranke Hirnwerkzeugstörungen, die bei Patienten mit einer HIV-assoziierten Demenz – wie oben bereits erwähnt – selten zu finden sind. Die Positronen-Emissions-Tomografie zeigt bei Alzheimer-Patienten den kortikalen Hypometabolismus, aber keine subkortikalen Stoffwechselveränderungen, wie sie für die HIV-assoziierte Demenz typisch sind (initial Hyper-, im Vollbild der Demenz Hypometabolismus). Liquorbefunde differenzieren nicht, da erhöhte Tau-Proteine und ein vermindertes Amyloid Aβ42 bei beiden Erkankungen vorkommen können.
Am schwierigsten ist eine vaskuläre Demenz von HIV-assoziierten Veränderungen abzugrenzen, solange sie nicht mit Schlaganfällen einhergeht, sondern sich als subkortikale, arteriosklerotische Enzephalopathie (SAE) präsentiert, zumal HIV-Patienten nicht selten ein therapieinduziertes, metabolisches Syndrom haben. Sorgfältige MRT-Analysen des Verteilungsmusters der subkortikalen Herde (bei HIV-Patienten liegt der Schwerpunkt in den subkortikalen Kernstrukturen) können hier hilfreich sein.
Andere Demenzformen sind durch charakteristische klinische Symptome (M. Pick, Prionenerkrankungen) mit entsprechenden Zusatzbefunden (z. B. EEG-Rademaker-Komplexe bei Prionenerkrankungen) leichter zu differenzieren.
Therapie
Die Behandlungsmöglichkeiten HIV-assoziierter neurokognitiver Störungen umfasst die antiretrovirale Therapie, die den CPE-Score [21] berücksichtigen sollte. Es ist sinnvoll, bei Auftreten multiresistenter Virusvarianten im Blut auch im Liquor entsprechende Untersuchungen durchzuführen, falls die Kopienzahlen in diesem Kompartiment ausreichend sind (für die meisten Laboratorien gilt: mindestens 100 c/ml).
Als adjuvante Therapie ist Memantin zur Behandlung der HAD in verschiedenen Studien als positiv bewertet worden, besitzt jedoch keine Zulassung und muss daher ggf. als individueller Heilversuch eingesetzt werden.
HIV-assoziierte Polyneuropathien und Myopathien
HIV-assoziierte Polyneuropathien und Myopathien
Das periphere Nervensystem stellt mit die häufigste HIV-assoziierte Organbeteiligung dar. Neben der klassischen, distal-symmetrischen, HIV-assoziierten Polyneuropathie (DSP) treten in vermehrte Ausmaß immunogen vermittelte Neuropathien oder Myopathien auf. Toxische Neuropathien entstehen durch den langjährigen Einsatz antiretroviraler Substanzen (antiretroviral toxische Neuropathien = ATN), resultieren aber auch aus der Anwendung von Chemotherapeutika bei der Behandlung von Tumorerkrankungen z. B. durch Vincristin. Die distal-symmetrische Polyneuropathie mit sensiblen Defiziten und Reizsymptomen stellt die häufigste Manifestation dar. Da einheitliche Diagnosekriterien fehlen, schwanken die Angaben zur Prävalenz zwischen 30 und 60 % [25]. Die Mehrzahl der Patienten mit einer ATN entwickelt diese innerhalb der ersten 3 Monate nach Einnahme einer antiretroviral-toxischen Substanz, während nach ca. einjähriger beschwerdefreier Einnahme keine ATN mehr zu erwarten ist [26]. Typische Substanzen, die eine ATN verursachen können, sind neben Stavudin und Didanosin auch die Proteaseinhibitoren [27]. Die ATN als auch die HIV-DSP zeigen ähnliche klinische Charakteristika mit dem neuropathischen Schmerz als verbindendes Element. Eine gemeinsame Grundlage scheint eine Schädigung der Neurone im dorsalen Spinalganglion (DRG) durch virale Proteine und proinflammatorische von HIV-infizierten Makrophagen produzierten Substanzen zu sein [28]. Tiermodelle der kombinierten NRTI/HIV-gp120-Protein-induzierten Neuropathie konnten ähnliche molekulare Mechanismen herausarbeiten. Diese umfassen neben proinflammatorischen Zytokinen, Chemokine, oxidativen Stress, MAPK und Veränderungen der Kalziumhomöostase [29]. Therapien des HIV-induzierten neuropathischen Schmerzes werden daher in der Zukunft v. a. auch diese Punkte adressieren. Die Chemokine MCP1 und SDF1 und deren Rezeptoren CCR2 und CXCR4 scheinen eine relevante Rolle zu spielen [30]. Mittels des CXCR4-Antagonisten AMD3100 konnte neuropathischer Schmerz im Tiermodell positiv beeinflusst werden [31]. Ein anderer neuer und vielversprechender experimenteller Ansatz ist die Neutralisation von TNF-α über lösliche neutralisierende TNF-α-Rezeptoren [32] und damit verbunden die signifikante Reduktion einer mechanischen Allodynie im Nagermodell. Bisherige, in der Klinik zur Anwendung kommende symptomatische Therapien beschränken sich jedoch auf den Einsatz von Gabapentin [33], Pregabalin, Lamotrigin bei der ATN, Amitriptylin, Duloxetin und Opiate [34]. Auch topische Substanzen wie 8 % Capsaicin sind signifikant wirksam und besitzen keine Interaktionen mit anderen Substanzen [35]. Eine Wirksamkeit der kombinierten antiretroviralen Therapie (cART) bei Vorliegen einer HIV-DSP konnte unabhängig von einer kleinen Fallserie [36] bisher nicht belegt werden.
Auch wenn systematische Untersuchungen fehlen, existieren Fallserien, die implizieren, dass HIV-Infizierte ein erhöhtes Risiko für immunvermittelte, demyelinisierende Neuropathien aufweisen, welche akut (AIDP) oder chronisch (CIDP) verlaufen können [37]
[38]. Dies sollte differenzialdiagnostisch bei Patienten mit relevanter motorischer Beeinträchtigung erwogen werden. Wie auch bei den nicht HIV-assoziierten Varianten zeigen sich elektrophysiologisch Hinweise auf eine erworbene Demyelinisierung mit dem Nachweis von Leitungsblöcken oder aber temporaler Dispersionen. Eine komorbide, sensible, HIV-assoziierte Neuropathie (HIV-DSP oder ATN) kann das typische klinische Erscheinungsbild unterlagern. Da bereits ca. zwei Drittel der HIV-Infizierten unabhängig von neurologischen Symptomen ein entzündliches Liquorsyndrom aufweisen, findet sich dies entsprechend überzufällig häufig und weicht somit vom typischen Liquorbefund einer isolierten Blut-Liquor-Schrankenstörung ab. Allerdings sollte die Pleozytose 50 Zellen/µl nicht überschreiten. Patienten mit einem weit fortgeschrittenen Immundefektsyndrom mit CD4-Helferzellen < 50/µl und akuten bis subakuten, häufig aufsteigenden Paresen sollten immer auch eine breite Liquordiagnostik bzgl. einer opportunistischen Infektion oder oder Tumorerkrankung, insbesondere einer Zytomegalievirusinfektion bzw. eines Lymphoms, erhalten.
Therapien orientieren sich an den nicht HIV-assoziierten, immunogenen Neuropathien und umfassen intravenöse Immunglobuline bzw. Plasmapheresen für die AIDP bzw. zusätzlich auch Kortikosteroide für die CIDP [25].
Seltener, aber klinisch relevant sind peripher-nervöse Erkrankungen, die mit einer motorischen Tetrasymptomatik und häufig assoziierten Myalgien einhergehen. Differenzialdiagnostisch sollte bei diesen Patienten an eine erworbene mitochondrial toxische Myopathie auf dem Boden einer langjährigen Nukleosidase-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) enthaltenden, antiretroviralen Therapie gedacht werden. Elektromyografisch zeigen sich häufig allenfalls minimale myopathische Veränderungen, nicht selten ein Normalbefund. Die Kreatinphosphokinase ist häufig normal oder nur gering erhöht. Um diese Verdachtsdiagnose zu bestätigen, ist zumeist eine Muskelbiopsie notwendig, welche in der COX/SDH-Färbung oder aber elektronenmikroskopisch typische Veränderungen zeigt. Details gehen über den Anspruch dieser Zusammenfassung hinaus und sind in einem aktuellen Review zusammengefasst [39].
Depressive Episoden
Eine Studie in Dänemark ergab, dass 38 % der Studienteilnehmer unter Symptomen einer Depression litten und bei 26 % eine schwere Depression festgestellt wurde, was die Wahrscheinlichkeit, die Einnahme von cART zu vergessen, wesentlich erhöht [40]
[41]. Depressive Episoden sind oft ein Grund für eine mangelhafte Adhärenz und korrelieren mit einer höheren Viruslast [40]
[41].
Leichte depressive Episoden treten bei 25 % der Patienten auf, schwere depressive Episoden bei 14 % [42]. Auslöser für psychische Störungen können die HIV-Infektion sowie Antibiotika und antiretrovirale Medikamente sein ([Tab. 2]).
Tab. 2
Husstedt (modifiziert nach [41]). Psychiatrische Nebenwirkungen antiretroviraler Medikamente [Fachinformation zum jeweiligen Produkt auf den Webseiten der EMA].
Nebenwirkungen
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Arzneimittel
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Depression, Nervosität, emotionale Labilität
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AZT, d4T, 3TC, ABC, FTC, EFV, alle PIs, MVC, RAL, RLP
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Schlaflosigkeit
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d4T, 3TC, ABC, FTC, EFV, MVC, alle PIs, RAL, RLP
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Suizidgedanken
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EFV, NFV, RAL
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Euphorie, Manie, aggressive Reaktionen
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EFV, RTV
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Angst, Konfusion, Verwirrtheit
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AZT, d4T, ABC, EFV, SQV, NFV, RTV, LPV, RAL
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Depersonalisation, Halluzinationen, paranoide Reaktionen, Psychosen
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EFV, RTV
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abnormales Denken/Träume
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d4T, ABC, FTC, EFV, RTV, LPV, TPV, RAL, RLP
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Abkürzungen: ABC = Abacavir; AZT = Azidothymidin; d4T = Stavudin; EFV = Efavirenz, FTC = Emritriciabin; LPV = Lopinavir, NFV = Nelfinavir; PI = Protease-Inhibitor; RTV = Ritonavir; SQV = Saquinavir; TPV = Tipranavir; 3TC = Lamivudin; MVC = Maraviroc; RAL = Raltegravir; RLP = Rilpivirin
Frauen sind von depressiven Episoden häufiger betroffen und weisen dann eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit auf, an Aids zu versterben [43]. Ob unter Efavirenz ein erhöhtes Suizidrisiko besteht, wird momentan kontrovers diskutiert [44]. Viele Patienten mit depressiven Episoden erleben meist diffuse körperliche Beschwerden oder Schmerzen als im Vordergrund stehend. Niedergeschlagenheit und Angst werden dagegen primär nur in 7 % bzw. 4 % der Fälle angegeben. Weitere unspezifische Symptome, hinter denen sich eine depressive Episode verbergen kann, sind z. B. verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, diffuse, schlecht lokalisierbare Schmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen und Schwindel [45]. Nach Abklingen der Depression sollte die Behandlung noch weitere 3 – 6 Monate fortgesetzt und im Anschluss langsam ausgeschlichen werden [46].
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) werden gegenüber tri- oder tetrazyklischen Antidepressiva oft bevorzugt, weil sie wesentlich weniger Nebenwirkungen aufweisen [41]
[46]
[47]. Für Serotonin-Wiederaufnahmerhemmern ist belegt, dass sie die Adhärenz auf das Niveau von Patienten ohne depressive Episode erhöhen [47]
[48]
[49].
Es ist Standard, die medikamentöse Therapie durch psychotherapeutische Verfahren und den Kontakt zu Selbsthilfegruppen (z. B. AIDS-Hilfe) zu ergänzen [41].
Opportunistische Infektionen und inflammatorisches Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS)
Opportunistische Infektionen und inflammatorisches Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS)
In den letzten Jahren kam es infolge der verbesserten systemischen Therapie mit Einführung neuerer Substanzen und Kombinationstherapien (cART) zu einem deutlichen Rückgang der opportunistischen Infektionen des zentralen oder peripheren Nervensystems [50]. Etwa ein Drittel der Infektionen treten bei CD4+-Zellzahlen unter 200/µl auf. Eine hohe HI-Viruslast über 100 000 RNA-Kopien/ml ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung einer opportunistischen ZNS-Infektion. In den letzten Jahren werden jedoch vermehrt atypische Verläufe opportunistischer ZNS-Infektionen beobachtet. Zudem scheint es gerade nach Initiierung einer cART häufig zu entzündlichen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, aber auch innerer Organe zu kommen. Die daraus resultierenden Erkrankungen können inflammatorische Immunrekonstitutionssyndrome (IRIS) sein [51]
[52]. Diese IRIS sind teilweise sehr schwer von der eigentlichen opportunistischen Infektion abzugrenzen, sodass häufig ein diagnostisches und daraus resultierend therapeutisches Dilemma entsteht. In diesen Fällen ist eine stereotaktische Biopsie oft indiziert und wegweisend.
Opportunistische Infektionen
Neuere Kohortenstudien zeigen, dass die Inzidenz opportunistischer Infektionen bei HIV-Patienten geringer geworden ist. So konnte die UK Collaborative HIV Cohort (CHIC) Study nachweisen [53], dass die Inzidenz aller ZNS-Komplikationen inklusive der opportunistischen Infektionen von 13,1/1000 Patientenjahre im Jahr 1996/1997 auf 1,0/1000 Patientenjahre in 2006/2007 drastisch abnahm [53]. Die häufigsten Infektionen waren die progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) (0,7/1000 Patientenjahre), die Toxoplasma-Enzephalitis (0,4/1000 Patientenjahre) gefolgt von der Kryptokokken-Meningitis (0,2/1000 Patientenjahre).
Ein kürzlich publiziertes Review [54] wies darauf hin, dass sich die Epidemiologie der opportunistischen Infektionen aber auch je nach Region sehr unterscheiden kann. So gehört z. B. die tuberkulöse Meningitis in Afrika zu den häufigsten Infektionen bei HIV positiven Patienten. Die Kryptokokken-Meningitis ist weltweit mit mehr als 1 Million Fälle und 625 000 Toten pro Jahr eine der häufigsten Pilzinfektionen des Gehirns. In der Therapie blieb zum einen unklar, ob die Kombinationstherapie Amphotericin B und Flucytosin besser wirksam ist als die Monotherapie mit Amphotericin B. Zudem ist Flucytosin nicht in allen Teilen der Welt problemlos erhältlich, sodass Fluconazol bereits in der Induktionstherapie eine billigere und besser erhältliche Therapie darstellen könnte. In einer kürzlich publizierten Studie wurde untersucht, ob Amphotericin B + Flucytosin oder Amphotericin B + Fluconazol der Monotherapie mit Amphotericin B überlegen ist [55]. Die Mortalität lag nach 14 und 70 Tagen in der Gruppe, die die Kombinationstherapie mit Amphotericin B + Flucytosin (Gruppe 1; 15 bzw. 30 Todesfälle; OR für Überleben 0,85 bzw. 0,69) erhielt, signifikant niedriger als bei der Monotherapie mit Amphotericin B (Gruppe 2; 25 bzw. 44 Todesfälle, OR für Überleben 0,75 bzw. 0,56 ) und der Kombinationstherapie Amphotericin B und Fluconazol (Gruppe 3; 20 bzw. 33 Todesfälle, OR für Überleben 0,80 bzw. 0,67). Nach dieser doppelblind-randomisierten Studie ist die Kombinationstherapie Amphotericin B plus Flucytosin in der Induktionsbehandlung der Kryptokokken-Meningitis bei HIV-erkrankten Patienten somit effektiver als die Monotherapie mit Amphotericin B, die Kombinationstherapie Amphotericin B + Fluconazol ist hingegen der Monotherapie mit Amphotericin B nicht überlegen.
Neue Ergebnisse gab es zu prädisponierenden Faktoren für die Entstehung einer PML unter HIV. So zeigte eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass bei Patienten mit PML L-Selectin (CD62 L) auf CD4+-Zellen geringer exprimiert ist als bei HIV-Patienten ohne PML [56]. Insofern könnte L-Selectin eventuell zukünftig als Biomarker für die Risikobestimmung der Entwicklung einer PML dienen.
Inflammatorisches Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS)
Infektiöse IRIS entstehen auf dem Boden einer aktiven oder subklinischen opportunistischen Infektion. Infektiöse IRIS sind bei Weitem die häufigste Manifestation des IRIS. Dies scheint v. a. dann der Fall zu sein, wenn die zugrunde liegende Infektion sehr ausgeprägt ist [51]. Durch ein infektiöses IRIS entsteht klinisch häufig ein Bild, welches nicht oder nur sehr schwer von einer gewöhnlichen opportunistischen Infektion zu unterscheiden ist. Die bisher berichteten atypischen Infektionen, die auftreten, finden sich nach Infektion mit Mycobacterium-avium-Komplex (MAC), Mycobacterium tuberculosis, Cryptococcus neoformans, Pneumocystis carinii, Hepatitis B und C, Zytomegalievirus, Varicella-zoster-Virus, Herpes-simplex-Virus und JC-Virus. Darüber hinaus scheint es noch eine ganze Reihe sehr seltener infektiöser IRIS, z. B. nach Infektion mit Toxoplasmose, Parvovirus Typ B19 oder Chlamydia trachomatis zu geben.
Bei wenigstens 18 % der Patienten mit der Erstdiagnose einer PML kam es zu einem unerwarteten atypischen Verlauf [54]. Bei einem Teil der Patienten ergab die Kernspintomografie des Gehirns Kontrastmittelanreicherungen innerhalb der Läsionen, welches vor der cART-Ära ein eher seltener Befund war. In autoptischen Untersuchungen ergaben eine perivaskuläre Infiltration gerade von CD8+-Zellen, Monozyten und Plasmazellen, was auf ein IRIS als Ursache der raschen Progression mancher PML-Fälle schließen lässt [51]
[52]
[57]. Eine andere Studie zeigte, dass die PML-IRIS dadurch hervorgerufen wird, dass CD8+-Zellen die Dissemination von JC-Viren zwar reduzieren, es dabei aber zum Verlust von Oligodendrozyten und zu einer Demyelinisierung kommt [58]. Es gibt momentan keine sichere Methode, die Verschlechterung einer PML durch den natürlichen Krankheitsverlauf von der Verschlechterung durch ein IRIS zu unterscheiden [52]
[59]. Möglicherweise können die Bestimmung der quantitativen JC-Viruslast im Liquor und der Verlauf dieser Viruslast unter Therapie ausschlaggebend sein.
In der Zeit vor cART verursachte die Infektion mit Cryptococcus neoformans zumeist eine sehr ausgeprägte Meningitis, die bei vielen Patienten nur schlecht durch eine antimykotische Therapie beherrschbar war. Unter cART werden jetzt häufig Patienten beobachtet, bei denen es zu einer ungewohnt hohen Zellzahl im Liquor bei einer Kryptokokken-Meningitis kommt. Wie bei allen Patienten mit einem infektiösen IRIS scheint dies v. a. bei den Patienten zuzutreffen, die eine gute Immunrekonstitution haben, d. h. einen raschen Anstieg der CD4+-Zellen und einen raschen Abfall der Viruslast im Blut [60]. Neben der Verschlechterung einer Kryptokokken-Meningitis kann es auch zu einer sehr ausgeprägten Lymphadenitis kommen. In Einzelfällen wurde nach einer Gabe von Kortikosteroiden eine Verbesserung des kryptokokkenassoziierten infektiösen IRS berichtet [61]
[62].
Es ist derzeit noch nicht gut beantwortet, wie man therapeutisch auf das Vorliegen einer infektiösen IRIS reagieren kann. Nach Einzelfallberichten und kleineren Fallsammlungen kommt es nach der Gabe von Kortison, das theoretisch zur Suppression des überschießenden Immunprozesses führen könnte, zu keiner sicheren Verbesserung infektiöser IRIS. Es gibt Hinweise, dass die Unterbrechung oder Modifizierung einer cART ein besseres Outcome zumindest bei der JC-Virus-assoziierten IRIS erreichen kann. Eine allgemeine Therapieempfehlung lässt die derzeitige Studienlage jedoch nicht zu. Inwieweit neuere Substanzen wie der Entry-Inhibitor Maraviroc, der als selektiver Inhibitor den menschlichen Chemokinrezeptor CCR5 blockiert, zu einer Verminderung der PML-IRIS führen könnte, ist bei Patienten mit HIV noch nicht untersucht. Bei Patienten mit multipler Sklerose und PML-IRIS gibt es jedoch erste Hinweise, dass dies eine wirksame Therapie darstellen könnte [62].
Bei der Behandlung opportunistischer Infektionen des ZNS ist das Risiko in Korrelation zum Immunstatus, ein IRIS zu entwickeln, zu berücksichtigen. Dieses Risiko scheint für die opportunistischen Infektionen des ZNS unterschiedlich zu sein [63].
Bedeutung von Komorbiditäten
Bedeutung von Komorbiditäten
Durch die in den letzten Jahrzehnten deutlich zunehmende Lebenserwartung und verbesserte Lebensqualität HIV-Infizierter treten Komorbiditäten immer mehr in den Vordergrund. Zum einen gewinnen „klassische“ Ko-Infektionen wie Hepatitis C oder Lues neue Beachtung, zum anderen werden auch andere alters- und nichtinfektiologisch bedingte Komorbiditäten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose oder Krebs zu einem wichtigen Faktor. In der guten Kontrolle der Komorbiditäten entscheidet sich zum jetzigen Zeitpunkt häufig die Lebensdauer und Lebensqualität des einzelnen Patienten. Dies wird uns in Zukunft sicher noch häufiger beschäftigen und liegt zu großen Teilen auf internistischem und neurologischem Fachgebiet.
Die altersassoziierten, nicht übertragbaren Komorbiditäten beinhalten kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, chronische Lebererkrankungen, eingeschränkte Nierenfunktion und verschiedene Krebsformen sowie Osteoporose. 2008 waren über 50 % der mit HIV infizierten Patienten in den USA über 50 Jahre alt [64]. Es wird angenommen, dass sich die Zahl der älteren HIV Patienten innerhalb der nächsten Dekade verdoppelt. Zwischen 50 und 70 % der HIV-positiven Patienten hatten mindestens eine Komorbidität [65]. Hierbei ist besonders brisant, dass HIV-positive Patienten diese altersassoziierten, also „normalen“ Alterserkrankungen zwischen 5 und 10 Jahre früher bekommen als eine alters- und geschlechtsgematchte Vergleichsgruppe aus der Allgemeinbevölkerung [66]. Auch wenn man Rauchen, Substanzgebrauch und andere „Life-style“-bedingte Risikofaktoren aus diesem Vergleich herausnimmt, haben HIV-positive Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko früher einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden als ihre HIV-negativen Altersgenossen [66]. Eine aktuelle Metaanalyse über 5 Studien mit insgesamt 89 713 Teilnehmern zeigte, dass innerhalb von 5 Jahren Follow-up 1245 ischämische Schlaganfälle bei im Durchschnitt 46(46 – 50)-jährigen, überwiegend (70 %) männlichen Patienten auftraten [67]. Neben den klassischen Risikofaktoren wie Alter, arterielle Hypertonie, Rauchen, Hyperlipidämie und Vorhofflimmern konnte auch die RNA-Viruslast (Odds Ratio 1,10 [1,04 – 1,17]) im Serum und eine CD4+-Helferzellzahl unter 200/µl als unabhängige Risikofaktoren identifiziert werden [68]. Die Ursache für diese frühen kardiovaskulären Komplikationen bleibt weiterhin spekulativ. Eine vorzeitige oder übermäßige exogene Glykierung (Advanced Glycation Endproduct) von Proteinen, Lipiden und DNA wurde als Ursache für die vorzeitigen Alterungsprozesse diskutiert. Eine erhöhte exogene Glykierung wurde bei HIV-negativen Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen. Als ein unabhängiger Risikofaktor wurden die Dauer der HIV-Infektion (OR 1,2 pro 5 Jahre) und der antiretroviralen Therapie (OR 1,35 pro 5 Jahre) identifiziert [68]
[69].
HIV-positive Patienten haben ein höheres Risiko, bestimmte Krebsformen zu entwickeln als HIV-negative Menschen [70]. Hierbei unterscheiden sich AIDS-definierende Krebsformen wie das Kaposi-Sarkom oder das Non-Hodgkin-Lymphom von nicht AIDS-definierenden Formen wie Lungenkarzinomen, Analkarzinomen, Leberkarzinomen und nicht-Melanom-bedingten Hauttumoren [71]. In den westlichen Industrieländern mit breitem Zugang zu medizinischer Versorgung und antiretroviraler Therapie sind selbstverständlich die nicht AIDS-definierenden Tumoren bedeutsamer. Eine große Rolle spielen hier die virusassoziierten Tumoren, z. B. in der Leber durch Hepatitis B und C, aber auch im Anal- und Genitalbereich durch humane Papillomaviren und die HIV-Infektion selbst, die durch die Immunsuppression und Inflammation die Entwicklung von Tumoren begünstigen soll [72]. Verhaltensfaktoren wie Rauchen (Lungenkarzinome), Alkoholmissbrauch (Leber- und Pankreaskarzinome) und vermehrte UV-Exposition (Hauttumoren) spielen ebenfalls eine Rolle [70].
Aufgrund gleicher Transmissionswege kommen HIV/HCV-Doppelinfektionen häufig vor. In Deutschland sind ca. 10 000 (15 % aller HIV-Patienten), in den USA 240 000 (30 % aller HIV-Infizierten) mit HCV koinfiziert [73]. Die wenigsten dieser Patienten sind adäquat therapiert und es wird angenommen, dass eine HCV-Koinfektion mit einem beschleunigten Verlauf der HIV-Infektion bei unbehandelten Patienten assoziiert sein könnte [74]. Neurologische Symptome finden bei HCV-Patienten mehr und mehr Beachtung.
Nach Einführung einer Meldepflicht für die Diagnose „Syphilis“ stieg die Zahl der Meldungen stark an, wobei in Deutschland in den letzten Jahren im Schnitt ca. 3500 Erkrankungen pro Jahr registriert wurden [75]. Es wird angenommen, dass ca. 80 % aller Fälle durch sexuelle Kontakte zwischen Männern auftreten (MSM), sodass bei vielen eine Koinfektion HIV/Lues besteht. Der Verlauf der Lues unterscheidet sich bei HIV-Infizierten von Patienten ohne HIV-Infektion, wobei der Verlauf bei Patienten mit HIV-Infektion wesentlich schneller ist und seltene Manifestationen wie Papillitis, Retinitis, Uveitis und Vaskulitis bereits sehr früh auftreten [76].
Besonderheiten der Liquordiagnostik bei HIV und Aids
Besonderheiten der Liquordiagnostik bei HIV und Aids
Als neueres Verfahren der Liquoranalyse bei immunologischen Erkrankungen wie auch HIV und Aids gewinnt die Durchflusszytometrie zunehmend an Bedeutung [76]
[77]. Durchflusszytometrische Analysen der Liquorzellen zeigen, dass die Pleozytose bei der HIV-Infektion mit Ausnahme von CD4+-T-Zellen alle Lymphozytensubpopulationen erfasst. Die Hauptkomponente nehmen dabei CD8+-T-Zellen ein. Die CD4:CD8-Ratio ist im Liquor analog zum peripheren Blut stark erniedrigt. Darüber hinaus finden sich vermehrt NK-Zellen, B-Zellen und Plasmazellen. Außerdem lassen sich aktivierte CD16+CD69+Monozyten im Liquor nachweisen [77]. Höhere Gesamtleukozytenzahlen (> 50/µl) weisen auf andere HIV-assoziierte Erkrankungen wie opportunistische Infektionen hin, insbesondere, wenn die Zahl peripherer CD4+-T-Zellen unter 200/µl sinkt. Dabei ist zu beachten, dass eine Schrankenstörung und oligoklonale Banden generell nicht zwischen primären HIV-Neuromanifestationen und opportunistischen Infektionen differenzieren können [78]
[79].
Opportunistische Infektionen
Wegweisend für eine sekundäre Neuromanifestation kann neben der Liquorzellzahl der Nachweis einer humoralen Reaktion von IgG, IgA und IgM sein, die bei opportunistischen, HIV-assoziierten ZNS-Infektionen in etwa der Hälfte der Fälle vorhanden ist. Diagnostisch entscheidend ist aber immer der direkte Erregernachweis aus dem Liquor, der wegen der unzuverlässigen Ausbildung einer spezifischen humoralen Immunantwort der Berechnung eines erregerspezifischen Antikörper-Indexes deutlich überlegen ist. Bei opportunistischen Infektionen bei HIV und Aids kommt daher der Detektion mikrobieller Genomsequenzen mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) eine besondere diagnostische Bedeutung zu.
Eine Zytomegalie-Enzephalitis (CMV) tritt in der Regel bei CD4+-T-Zellzahlen von < 50/µl auf. In der Akutphase findet sich im Liquor häufig zunächst eine milde granulozytäre Pleozytose mit einer Erhöhung des Liquorproteins und normalen bis leicht erniedrigten Glukosewerten. Erst später zeigt sich das für virale Infektionen typische lymphomonozytäre Zellbild. Die CMV-Infektion kann mit hoher Sensitivität (80 – 90 %) und Spezifität (90 – 95 %) mittels PCR nachgewiesen werden. Sehr sensitive PCR-Protokolle mit einer Nachweisgrenze < 10 Kopien/ml Liquor können zur Differenzierung einer latenten von einer floriden CMV-Infektion herangezogen werden [80]
[81].
Für den Nachweis des JC-Virus, dem Erreger der PML, liegt die Spezifität der PCR bei annähernd 90 – 100 % und die Sensitivität bei 70 – 90 %, mit ultrasensitiven Techniken sogar bei 95 %. Die Sensitivität des Assays kann kritisch für die Diagnose einer PML sein. Eine negative Liquor-PCR schließt daher eine PML nicht aus. Eine Hirnbiopsie kann zur Sicherung der Diagnose erforderlich sein [82].
Das Risiko für die Entwicklung primärer ZNS-Lymphome steigt in späteren Krankheitsstadien einer HIV-Infektion an. Da diese fast immer mit einer Epstein-Barr-Virus (EBV)-Infektion assoziiert ist, hat die EBV-Diagnostik einen hohen Stellenwert bei primären ZNS-Lymphomen von AIDS-Patienten. Die EBV-DNA lässt sich mit einer Sensitivität von 80 – 90 % und einer Spezifität von 80 – 95 % im Liquor nachweisen [83]
[84].
Auch bei opportunistischen Pilzinfektionen, allen voran bei der Kryptokokkenmeningitis, sind die Routineliquorparameter diagnostisch nicht wegweisend. Häufig findet sich eine Erhöhung des Liquordrucks > 50 cmH20 als Ausdruck einer Liquorzirkulationsstörung. Die Glukose ist in der Regel erniedrigt, das Liquoreiweiß erhöht. Die Methode der Wahl für die rasche und zuverlässige Diagnose der Kryptokokkenmeningitis ist die Mikroskopie des nativen Liquors im Tuschepräparat innerhalb einer Stunde nach Punktion. Sie weist den Erreger durch Darstellung der charakteristischen bekapselten Hefezellen in 80 – 90 % der Fälle nach. Beweisend für eine Kryptokokkose des Nervensystems ist der Latex-Antigen-Schnelltest zum Nachweis von Kapselpolysaccharid von C. neoformans bzw. C. gattii oder die Kultur der Erreger. Jeder Antigennachweis – unabhängig von der Höhe des Titers – ist bis zum Beweis des Gegenteils als Zeichen einer bestehenden oder kürzlich abgelaufenen Kryptokokkose zu werten [85]
[86].
Eine weitere, typische opportunistische Infektion ist die Neurotuberkulose. Im Liquor finden sich ein deutlich erhöhtes Eiweiß bis 1000 mg/dl bei primär spinaler Krankheitslokalisation, eine mäßige Zellzahlerhöhung bis 300/µl mit überwiegend lymphozytärem, inital gemischtzelligem Zellbild mit polymorphkernigen und mononukleären Zellen sowie eine erniedrigte Liquorglukose (Liquor/Blut < 0,5) bei erhöhtem Liquorlaktat. Der Anteil an eosinophilen Granulozyten kann bis zu 20 % ausmachen. Eine Schrankenfunktionsstörung sowie eine intrathekale IgA-Synthese (QIgA > QIgG) gelten als charakteristisch. Die Sensitivität der Mikroskopie nach Ziehl-Nehlsen liegt bei weniger als 10 % und die Chance auf eine kulturelle Erregeranzucht bei weniger als 20 %. Am sensitivsten ist noch der PCR-Nachweis von mykobakterieller Nukleinsäure mit maximal 50 % Sensitivität bei repetitiven Untersuchungen [87]
[88].
Nicht selten findet sich eine Koinfektion mit Treponema pallidum bei HIV-Patienten. In erster Linie handelt es sich um eine syphilitische Meningitis oder eine meningovaskuläre Syphilis. Im Liquor zeigen sich eine mäßige Pleozytose mit durchschnittlichen Zellzahlen von 70/µl, leicht erhöhte Eiweiß- sowie erniedrigte Glukosewerte. Die serologische Diagnostik erfolgt nach einem Stufenschema. Als Suchtest wird die Treponema-pallidum-Partikel-Agglutination (TPPA) oder ein IgG-spezifischer Enzymimmunoassay (IgG-EIA) eingesetzt. Es schließt sich als Bestätigungstest der Treponema-pallidum-Antikörper-Fluoreszenz-Test (FTA-Abs-IgG) bzw. ein spezifischer IgG-Immunoblot an. Zur Verlaufskontrolle und Hinweis auf die Akuität der Infektion dienen der VDRL-Test („venereal research laboratory test“) oder der FTA-Abs-IgM, IgM-EIA bzw. Immunoblot. Die Abgrenzung gegenüber kreuzreagierenden Borrelienantikörpern gelingt mithilfe spezifischer Immunoblots mit hoher Zuverlässigkeit. Der Nachweis einer intrathekalen Treponemenantikörpersynthese wird durch die Bestimmung des intrathekal produzierten Treponema-pallidum-Antikörper-Index ITpA geführt. Dabei sind ITpA-Werte über 3,0 beweisend für eine intrathekale Antikörpersynthese gegen Treponemen. Der Nachweis einer intrathekalen Synthese von Treponemen-Antikörpern spricht aber nicht immer für das Vorliegen einer floriden Neurolues. Auch bei ausgeheilten bzw. ausreichend therapierten Residualzuständen persistiert eine intrathekale Antikörpersynthese oft über Jahre. Zur Beurteilung der Krankheitsaktivität und Therapiebedürftigkeit sind daher auch nicht erregerspezifische Kriterien wie die Zellzahl und -differenzierung im Liquor sowie die Schrankenfunktion zu berücksichtigen. Nach erfolgreicher antibiotischer Therapie sind Zellzahl und Schrankenfunktionsstörung innerhalb von Wochen bis Monaten, der VDRL und das Treponemen-IgM innerhalb eines Jahres rückläufig [91]
[92].
Die zerebrale Toxoplasmose ist eine der häufigsten opportunistischen Infektionen bei Patienten mit AIDS und einer CD4+-T-Zellzahl < 100/µl. Die Toxoplasma-PCR hat nur geringe bis moderate Sensitivität (12 – 64 %), wobei die Spezifität bei annähernd 100 % liegt. Ein negativer Befund schließt eine zerebrale Toxoplasmose nicht aus, sodass im Verdachtsfall und passender MRT-Bildgebung eine Therapie eingeleitet werden sollte [91]
[92].
Biomarker der HIV-Infektion
Einen hohen Stellenwert für die Beurteilung des Krankheits- bzw. Therapieverlaufs nimmt die Analyse spezifischer Biomarker ein [93]
[96]. Ein wertvoller Marker ist die Bestimmung der HIV-1-RNA im Liquor. Diese kann bereits bei klinisch-neurologisch unauffälligen Patienten nachgewiesen werden und kann bei intakter Blut-Hirn-Schranke auf eine lokale, intrazerebrale Replikation des Virus hinweisen. Im Rahmen dieser Kompartmentbildung haben etwa 16 – 20 % aller asymptomatischen HIV-Patienten eine stärkere Virusreplikation im Liquor als im Blut [93]. Bei unbehandelten, asymptomatischen Patienten bleibt die HIV-1-RNA im Liquor über Jahre relativ konstant (> 50 Kopien/ml), steigt aber bei Patienten mit einer HIV-Enzephalopathie signifikant an, wobei die höchsten Werte bei der HIV-assoziierten Demenz und der akuten HIV-Meningoenzephalitis erreicht werden [94]
[95].
Neben der HIV-1-RNA als viralem Biomarker können noch weitere Parameter für die Krankheitsaktivität herangezogen werden. Dazu zählt insbesondere das Neopterin als Marker der Makrophagenaktivierung. Die Konzentration des Neopterins korreliert mit dem HIV-1-RNA-Spiegel im Liquor. Bei unbehandelten HIV-Patienten finden sich meist schon erhöhte Neopterinspiegel im Liquor, die deutlich ansteigen können, wenn die Immunsuppression durch HIV zunimmt und die Zahl an CD4+-T-Zellen im peripheren Blut sinkt [12]. Neben dem Neopterin sind noch eine Reihe anderer Immunaktivierungsmarker beschrieben worden ([Tab. 3]). Dazu zählen Interleukine wie IL-1β, IL-6 und die Chemokine MCP-1 (CCL2) oder CXCL10 (IP10), das von aktivierten Makrophagen sezerniert wird und den Übertritt von Leukozyten aus der Blutbahn ins ZNS fördert [96].
Tab. 3
Liquorbiomarker bei HIV-Infektion.
Klassifikation
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Hauptmarker
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zusätzliche Marker
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Virusmarker
|
HIV-1 RNA
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genetische HIV-Varianten, Medikamentenresistenz, HIV-Korezeptorexpression
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Immunmarker
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Neopterin
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CCL2 (MCP-1), CXCL10 (IP10), β2-Mikroglobulin, IL-1β, IL-6, TNF-α, löslicher TNF-Rezeptor II, L-Selektin (CD62L), PD-1, MMP3, MMP9, lösliches CD14, lösliches ICAM-1, Quinolinsäure, plättchenaktivierender Faktor (PAF)
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neuronale Marker
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Neurofilament-L
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Gesamt-Tau-Protein, β-Amyloid, S100β
|
Als Marker der neuronalen Schädigung des HI-Virus kann das Neurofilament-Leichtprotein (Neurofilament-L) herangezogen werden. Dieses Intermediärfilament kommt vorwiegend in großen, myelinisierten Neuronen vor und ist für die strukturelle Integrität von Axonen mit großen Kalibern maßgeblich verantwortlich. Eine erhöhte Konzentration des Neurofilament-L lässt sich bereits bei unbehandelten HIV-Patienten mit milden neurokognitiven Defiziten im Liquor nachweisen. In fortgeschrittenen Stadien der HIV-Infektion und bei HIV-assoziierter Demenz finden sich zudem erhöhte Konzentrationen des Gesamt-Tau-Proteins als neuronaler Schädigungsmarker, wobei die Spiegel signifikant mit der Viruslast der Patienten und schweren globalen Veränderungen der weißen Substanz im MRT korrelieren [97].
Effekte einer hochaktiven antiretroviralen Kombinationstherapie (cART)
Unter einer suffizienten cART lassen sich eine Reihe von Veränderungen der Liquorparameter beobachten. Die Viruslast (HIV-RNA) im Blut und Liquor wird durch die cART deutlich vermindert und sinkt in der Regel unter die Nachweisgrenze der klinischen Assays (< 20 Kopien/ml). Einhergehend mit dem Abfall der HI-Viruslast sinkt die Gesamtleukozytenzahl im Liquor und hier insbesondere die Zahl der CD8+-T- und B-Zellen, während sich die Zahl der CD4+-T-Zellen nicht signifikant ändert [77]. Die Schrankenstörung und der abnorme IgG-Index bleiben aber bei mehr als 40 % der HIV-Patienten bestehen. Immunmarker wie das Neopterin bzw. β2-Mikroglobulin oder Marker der neuronalen Schädigung wie das Neurofilament-L fallen unter der Langzeitbehandlung mit einer cART signifikant ab oder normalisieren sich langsam [98]
[99]. Die andauernde Immunaktivierung im ZNS wird als prädisponierender Faktor für die Entwicklung HIV-assoziierter neurokognitiver Störungen angesehen. Darüber hinaus kommt es unter der cART im Langzeitverlauf bei bis zu 10 % der Patienten zur Ausbildung isolierter HIV-Varianten, die sich hinsichtlich ihres Therapieansprechens von dem HI-Virus in der Peripherie deutlich unterscheiden und auch einen verstärkten Tropismus von infizierten Makrophagen/Monozyten ins Gehirn bewirken können [100]
[101].