Zusammenfassung
Gegenstand und Ziel : Die Treffsicherheit klinischer Verdachtsdiagnosen und die praktisch relevanten Differenzialdiagnosen häufiger maligner Tumoren bei Hund und Katze wurden untersucht.
Material und Methoden : Anhand von 2109 unter Verdacht eines malignen Tumors an das Institut für Veterinär-Pathologie der Justus Liebig Universität Gießen eingesandter Bioptate der Jahre 1999–2004 wurden die Trefferquoten hinsichtlich der Verdachtsdiagnosen der Einsender und der histopathologischen Diagnosen errechnet. Chi-Quadrat-Test bzw. der verallgemeinerte Test nach Fisher dienten zur Überprüfung, ob sich diese an den verschiedenen Entnahmelokalisation der einzelnen spezifischen Tumoren signifikant unterscheiden. Zusätzlich erfolgte eine Zusammenstellung der häufigeren Differenzialdiagnosen an den verschiedenen Entnahmelokalisationen.
Ergebnisse : Die Zusammenstellung der histopathologischen Diagnosen, in Abhängigkeit von den Entnahmelokalisationen, gibt in Verbindung mit den Trefferquoten bezüglich der Verdachtsdiagnosen der einsendenden Tierärzte einen Überblick über die Häufigkeit der untersuchten Tumorarten und deren makroskopische Ansprechbarkeit an den verschiedenen Lokalisationen. Die Treffsicherheit klinischer Verdachtsdiagnosen ist bei den einzelnen Tumorentitäten sehr variabel und oft tumor-und lokalisationsspezifisch. Sie liegt bei den häufigeren Tumoren zwischen 19% und 83%.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz : Die Ergebnisse zeigen, dass eine histopathologische Untersuchung resezierter Tumoren weiterhin unverzichtbar ist, da eine anhand des Erscheinungsbildes gestellte klinische Verdachtsdiagnose nur in einem kleinen Teil der Fälle mit der histopathologischen Diagnose übereinstimmt.
Summary
Objective : The frequency of correct clinical presumptive diagnosis and the spectrum of important differential diagnoses were investigated in common canine and feline malignant tumours.
Material and methods : Based on 2109 presumptive malignant tumour samples submitted to the Institute of Veterinary Pathology of the Justus-Liebig-University, Giessen, the hit rates of the presumed diagnoses of the submitting veterinarians and the actual histopathological diagnosis were calculated for the specific sampling sites. These hit rates were statistically evaluated for significant deviations between the different sampling sites using the chi-square test and Fisher’s exact test. Additionally, the more common differential diagnoses with respect to the sampling site were established.
Results : This compilation of histopathological diagnoses, with respect to the varying sampling sites, combined with the hit rates of the presumed diagnoses of the submitting veterinarians, yields quantitative knowledge on the frequency of occurrence, correct clinical diagnosis and macroscopic appearance of the malignant tumours investigated. The correctness of the presumptive clinical diagnosis largely depends on tumour type and localization. For the more frequent tumours, it varies from 19% to 83%.
Conclusion and clinical relevance : The results show the importance of a histopathological evaluation of all tumour samples as the presumptive clinical diagnosis based on appearance only corresponds in a few cases with the histopathological diagnosis.
Schlüsselwörter Trefferquote - Neoplasie - Pathologie - Histologie - Onkologie
Key words Hit rate - neoplasia - pathology - histology - oncology