Zusammenfassung
Die aktuelle Debatte um die Sterbehilfe in Deutschland konzentriert sich auf die Frage eines Verbots von organisierter Suizidbeihilfe und eine mögliche Legitimation des ärztlich assistierten Suizids. Damit verbunden ist eine Enttabuisierung des Suizids im Angesicht von Alter, Demenz und drohender Pflegebedürftigkeit. über die Hälfte der Menschen, die 2011 von der Organisation „SterbeHilfe- Deutschland e. V.” bei ihrem Suizid unterstützt wurden gaben als ein wesentliches Motiv ihres Suizidwunsches an, nicht in ein Pflegeheim zu wollen. Die Autoren argumentieren aus einer ethischen und therapeutischen Perspektive heraus dafür, dass Menschen mit Todeswünschen in ihrer Not und Verzweiflung ernst genommen werden, aber auch ein Recht darauf haben, dass der Vollendung ihrer Selbsttötungsabsicht im Sinne einer sozialen Sinngebung des Lebens widersprochen wird.
Summary
The debate on physician assisted dying in Germany focuses on banning assisted suicide by organisations and legitimizing physician assisted suicide. In this respect suicide because of age, dementia and need for care is freed from taboos. Most of those suiciders who called for attendance by the organization “SterbeHilfeDeutschland e. V.” motivated their wish to die by not wanting to live in a nursing home. From an ethical and therapeutic perspective human beings who wish to die should by be taken seriously and with respect, but they might have the right that someone contradicts the fulfilment of their suicidal intention. Thus the sense of life as a social phenomenon might be sustained.
Schlüsselwörter
ärztlich assistierter Suizid - Sterbehilfeorganisationen - Ethik des Suizids
Keywords
Physician assisted suicide - right to die organizations - ethics of suicide