Zusammenfassung
Die arteriosklerotische Stenose der Karotiden ist eine der häufigsten Ursachen für
den ischämischen Schlaganfall. Zur Therapie der Karotisstenose stehen die Stentbehandlung
(CAS) und die Thrombendarterektomie (TEA) zur Verfügung. Der Studienstand zeigt ein
weitgehend ausgewogenes Verhältnis der beiden Verfahren in Bezug auf die periprozedurale
Komplikationsrate und die Langzeitprotektion vor Schlaganfällen. Allerdings muss akzeptiert
werden, dass die angestrebte Gleichheit beider Verfahren statistisch nicht bewiesen
werden konnte. Auswirkungen der Stenttechnik sowie der verwendeten Stentdesigns auf
die periinterventionellen Komplikationsraten wurden gezeigt, ebenso Effekte aus der
Erfahrung des behandelnden Zentrums. Dabei waren in gepoolten Studiendaten (EVA-3,
SPACE-I, vorläufige Ergebnisse des ICSS-Trial) Vorteile für das unprotektionierte
Stenting mit Verwendung von Stents mit geschlossenem Stentdesign nachweisbar. Dies
bedeutet, dass nach der Datenlage die Auswahl des Therapiezentrums eine größere Auswirkung
auf die Komplikationsrate hat als die Wahl des Therapieverfahrens. Deshalb sollte
nach einer dezidierten neuroradiologischen Diagnostik die Wahl des Verfahrens bei
arteriosklerotischen Karotisstenosen möglichst interdisziplinär von Neurologen, interventionellen
Neuroradiologen und Gefäßchirurgen im Konsens unter Berücksichtigung des Patientenwunsches
entschieden werden.
Summary
The arteriosclerotic disease of the carotid arteries is one of the most important
causes of ischaemic stroke. The annual number of patients treated with carotid artery
stenting (CAS) or carotid endarterectomy (CEA) in Germany is 30 000. Since the development
of carotid artery stenting in the late 1980s the discussion of risk and benefit compared
to the established carotid endarterectomy (CEA) is still ongoing. The most recent
randomized prospective multinational multicentre trials (EVA-3S, SPACE I and preliminary
results of the ICSS trial) failed to show inferiority of CAS vs. CEA. Though the data
from these trials show important effects of the stenting technique and the stent design
as well as expertise of the centres on periinterventional complication rates. The
knowledge provided by these data is that selection of the therapy centre seems to
be more important than the interventional or operative technique. Therefore the decision
for or against one or the other procedure should be made in a consensus with neurologists,
interventional neuroradiologists and vascular surgeons under certain respect of the
patients wish.
Schlüsselwörter
Stent - CAS - Karotis - Thrombendaterektomie
Keywords
Stent - CAS - carotid artery - CEA