Zusammenfassung
Die Therapie und Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen mit Phenprocoumon unterliegen zahlreichen Störmöglichkeiten, die nur zum Teil vorhersehbar sind. Die vorliegende Arbeit beschreibt anhand von Beispielen das Problem unerwünschter Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln. Es ist zu erwarten, daß die bereits jetzt kaum noch überschaubare Liste der Medikamente, die zu einer pharmakokinetisch erfaßbaren Interaktion führen, ständig länger wird, sofern man die entsprechenden Untersuchungen durchführt. Bei der Interpretation solcher Zusammenstellungen ist aber zu bedenken, daß die klinische Relevanz einer beschriebenen Interaktion nicht in jedem Fall bewiesen ist und daß die gleichzeitige Gabe des betreffenden Medikamentes nicht zwangsläufig kontraindiziert ist. Außerdem ist in der gegebenen klinischen Situation die Gabe zusätzlicher Medikamente häufig nicht zu vermeiden. Durch ausreichende Information des Patienten sowie regelmäßige Kontrollen des Gerinnungsstatus, besonders zu Beginn und am Ende einer Komedikation, kann aber die Sicherheit dieser bewährten Therapie auch dann gewährleistet werden.