Seit der Erstbeschreibung des Von-Willebrand-Syndroms (vWS) als »Hereditär Pseudohemofili« durch Erik Adolf von Willebrand 1926 schaffte erst die Verfügbarkeit moderner hämostaseologischer und in letzter Zeit auch molekularer Methoden die Voraussetzung für die heutigen Kenntnisse über die Genetik und die Natur der zugrundeliegenden quantitativen, funktionellen und molekularen Defekte. Die bekannte ausgeprägte Heterogenität der klinischen Symptome und der Laborparameter korrespondiert mit der Natur und der Lokalisation der molekularen Defekte in definierten Regionen des multifunktionellen Von-Willebrand-Faktors. Das diagnostische Vorgehen und die Indikationen für zusätzliche molekulargenetische Untersuchungen zur Charakterisierung der verschiedenen heute bekannten Typen und Subtypen des vWS werden dargestellt.
Schlüsselwörter
Von-Willebrand-Syndrom - Von-Willebrand-Faktor - Diagnose - Genetik - molekulare Defekte