Einleitung:
Diprosopie ist ein seltener, wahrscheinlich genetisch bedingter Entwicklungsdefekt
während der Embryogenese, der durch partielle oder vollständige Verdoppelung der Gesichtsstrukturen
gekennzeichnet ist.
Material und Methoden:
Ein 6 Wochen altes Deutsch-Holstein-Rind wurde aufgrund einer kraniofazialen Deformation
klinisch, pathologisch und genetisch untersucht.
Befunde:
Aufgrund der Befunde einer neurologischen Untersuchung wurde eine Großhirnläsion vermutet.
Mittels bildgebender Verfahren und pathologisch-anatomischer Untersuchungen wurden
unter anderem eine doppelte Ausbildung des Rhinencephalons und des kraniofazialen
Schädels, eine vollständige Gaumenspalte und eine Agenesie des Corpus callosum festgestellt.
Schlussfolgerung:
Die Pathogenese des Diprosopus-Syndroms ist noch nicht vollständig geklärt. Es handelt
sich wahrscheinlich um einen umwelt- oder genetisch bedingten Entwicklungsdefekt.