Lege artis - Das Magazin zur ärztlichen Weiterbildung 2016; 6(01): 36-44
DOI: 10.1055/s-0041-102224
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© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Essstörungen – Von der Anamnese zur Indikationsstellung

Katharina E Keifenheim
,
Gaby Resmark
,
Katrin Giel
,
Elisabeth J Leehr
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Publication History

Publication Date:
16 February 2016 (online)

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Abstract

Da Patientinnen mit Anorexia nervosa erhebliches Untergewicht haben, ist diese Essstörung auch eine Blickdiagnose. Bulimianervosa und die Binge-Eating-Störungsind dagegen bei den Patientinnen meist mit starken Schamgefühlen verbunden und werden daher oft erst spät erkannt. Häufig wird die Verdachtsdiagnose einer Essstörung nicht in einem dafür spezialisierten Zentrum gestellt, sondern z.B. beim Hausarzt, Kinderarzt oder Gynäkologen. Zu den ärztlichen Aufgaben in Praxen und Kliniken mit eher somatischem Schwerpunkt gehören das Stellen einer Verdachtsdiagnose, der Ausschluss wichtiger Differenzialdiagnosen sowie die Indikationsstellung für eine fachspezifische Weiterbehandlung. Als Herausforderung wird oft die Gesprächsführung mit den häufig sehr ambivalenten Patientinnen erlebt, denn einerseits sind die Behandlungsnotwendigkeit und die mögliche Gefährdung deutlich zu machen, andererseits ist aber auch Selbstbestimmung und Autonomie zu gewähren. Für die Behandlung der Patientinnen stehen je nach Essstörungstyp, Schweregrad und Lebenssituation verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und -settings zur Verfügung.

Ergänzendes Material