Einleitung Das diabetische Fußsyndrom (DFS) tritt als häufige Spätkomplikation des Diabetes mellitus (DM) auf. Die Applikation von kaltem physikalischem Plasma hat in einer Reihe von Fallbeschreibungen positive Effekte auf den Wundheilungsverlauf gezeigt. Die “Kaltplasma Wund (KPW)-Studie” wurde durchgeführt, um die Effekte der Therapie in einer prospektiven, patientenverblindeten, randomisierten, plazebokontrollierten Studie zu untersuchen.
Patienten und Methoden Patienten mit DM Typ 1 oder Typ 2 und mit DFS Wagner-Armstrong Grad 1B bzw. 2B (persistierend für mindestens drei Wochen) waren für die Studienteilnahme geeignet. Die Patientenwunden (N=65) wurden einzeln in die beiden Behandlungsarme Kaltplasma oder Plazebo unter Berücksichtigung von Geschlecht, Raucherstatus und Alterskategorie randomisiert und zusätzlich zur Standardtherapie mit Kaltplasma per Atmosphärendruck-Plasmajet (Argon-Plasmajet) behandelt. Es erfolgten fünf Behandlungen an aufeinanderfolgenden Tagen, weitere drei an jedem zweiten Tag. Die Plazebobehandlung erfolgte mit gleichem Gerät bei ausgeschalteter Plasmaquelle.
Ergebnisse Die Applikation von Kaltplasma hat zu einer signifikanten Beschleunigung der Wundheilung geführt. Sowohl der primäre Endpunkt Wundflächenverringerung (p=0,0248 vs. Plazebo) als auch die Zeit bis zum Erreichen einer relevanten Wundflächenverringerung von 10% (p= 0,0085 vs. Plazebo) wurden bei nicht-signifikanter Verbesserung der klinischen Infektsituation und der mikrobiellen Besiedlung erreicht. Die Patienten berichten unter beiden Therapieformen vergleichbare Parameter für Lebensqualität, Wohlbefinden und Wundschmerz. Unerwünschte Effekte traten in beiden Behandlungsarmen vergleichbar stark auf.
Zusammenfassung Die Applikation kalten physikalischen Plasmas hat in dieser Studie unabhängig von der Infektsituation zu einer Beschleunigung der Wundheilung geführt.