Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-0042-111804
Für Sie gelesen: Christian Müller – Erlebte Psychiatrie 1946–1986
Publication History
Publication Date:
23 September 2016 (online)



Christian Müller gibt lebendige Einblicke in den Alltag der Kliniken, die Lebensbedingungen der Patientinnen und Patienten, die Stellung des Pflegepersonals, in kantonale Besonderheiten medizinischer Versorgung sowie in seine eigenen persönlichen Ambitionen.
Er schildert seine Reisen, seinen Austausch mit den Kollegen in den USA, Begegnungen mit vielen und bedeutenden Fachpersonen im In- und Ausland, wobei er nicht mit kritischen Bemerkungen über den autoritär-patriarchalischen Führungsstil spart, den er in Paris und Wien vorfand.
Plastisch schildert er seine Arbeit als Assistent und Oberarzt unter Manfred Bleuler in Zürich, der ihn dann später gerne als seinen Nachfolger gesehen hätte; er beschreibt die persönlich geprägte Beziehung zu Hans Steck, seinem Vorgänger in Lausanne; er gibt Einblick in seine Erfahrungen mit der italienischen Reformpsychiatrie und seine ambivalente Beziehung zu deren Gründungsfigur Franco Basaglia.
Christian Müllers Aufzeichnungen sind ein eindringliches und bedeutsames Zeugnis der Reformbestrebungen in der Schweizer Psychiatrie und zugleich der Schweizer Psychiatriegeschichte.
Durch sie setzt er auch das Werk seines Vaters, Professor Max Müller, fort, der nach seiner Direktion in Münsingen von 1954 bis 1963 Ordinarius für Psychiatrie und Klinikdirektor in Bern war und der selbst seine Autobiografie im Jahr 1982 unter dem Titel „Erinnerungen. Erlebte Psychiatriegeschichte 1920–1960“ publizierte.
Quelle: Schwabe Verlag