Einleitung „Chemsex“ stellt eine Unterform des
sexualisierten Substanzkonsums dar. Hierbei werden durch spezifische Substanzen
sexuelle Erlebnisse gefördert und intensiviert. In vorherigen Arbeiten
konnte Chemsex als ausgeprägter Risikofaktor für die Erwerbung von
sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) sowie für die Entwicklung
psychischer Erkrankungen definiert werden. Gefährlicherweise wurde zuletzt
eine deutliche Zunahme des Phänomens beschrieben. Obwohl Sexarbeit in
Vorarbeiten häufig mit Substanzkonsum in Verbindung gebracht wurde,
existieren keine Untersuchungen zum Thema Chemsex und Sexarbeit. Darüber
hinaus konnte Einsamkeit als Risikofaktor sowohl für Substanzkonsum, als
auch für psychische Erkrankungen definiert werden. Ziel des vorliegenden
Projektes ist die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Chemsex, Sexarbeit und
Einsamkeit um daraus entsprechende Interventionen für betroffene Personen zu
entwickeln.
Material und Methodik Im Rahmen einer systematischen
Literaturrecherche auf den Plattformen Pubmed, Embase und Web of Science zum Thema
Substanzkonsum unter Sexarbeiter*innen ist eine Übersichtsarbeit zum
Thema geplant. Anschließend wird im Rahmen einer explorativen, anonymen,
cross-sectional online Studie eine Umfrage mit Fragen zum Thema Substanzkonsum,
Chemsex, sowie einer validierten Skala zum Grad der Einsamkeit erstellt. Die
Erhebung ist für zwei Messzeitpunkten geplant. Die Rekrutierung soll im
deutschsprachigen, europäischen Raum über Internet-Datingportale
erfolgen. Im Anschluss sollen eine mehrsprachige Internetplattform sowie
Informationsmaterialien zum Thema Sexarbeit, Einsamkeit und Substanzkonsum
für Betroffene zur Aufklärung über Risiken,
Prävention und Therapie erstellt werden.
Ergebnisse und Zusammenfassung Anhand der Ergebnisse des vorliegenden
Projektes sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der
Versorgungssituation von Betroffenen erarbeitet werden. Diese sollen perspektivisch
wissenschaftlich evaluiert und ggf. in nationale und internationale
Präventionsprojekte zum Thema Sexarbeit einfließen.
Interessenkonflikt MG: Gründungsmitglied der Initiative "Junge
Suchtmedizin", Vorstandsvorsitzender des BISS e.V., Forschungsförderung
durch die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg,
Vorträge für Firma Gilead, sowie diverse Drogenhilfen und Aidshilfen im
bundesdeutschen und österreichischen Gebiet. AH erhielt bezahlte
Vorträge von Desitin, Janssen, Otsuka und Lundbeck und war Mitglied der
Beiräte von Roche, Otsuka, Lundbeck und Janssen Cilag. Er ist Herausgeber der
WFSBP- und DGPPN-Leitlinien für Schizophrenie und Mitglied der
IFCN-Leitliniengruppe für rTMS-Behandlung.