Anamnese und klinischer Befund Wir berichten über eine 29-jährige Patientin, die sich in unserer Klinik mit 23+6
Schwangerschaftswochen (SSW) mit Verdacht auf Zervixinsuffizienz vorstellte.
Diagnose Wir diagnostizierten nach transabdomineller Sonografie einen Uterus incarceratus
und veranlassten bildgebende Verlaufskontrollen mittels Sonographie und Magnetresonanztomographie
(MRT).
Mit 34+2 SSW stellte sich die Patientin notfallmäßig mit Oberbauchschmerzen, intermittierenden
Kopfschmerzen, zunehmenden Ödemen, Übelkeit und Erbrechen sowie hypertensiven Blutdruckwerten
in unserer Klinik vor. Laborchemisch wurde ein HELLP-Syndrom (Hämolyse, Transaminasenerhöhung,
Thrombozytopenie) diagnostiziert.
Therapie und Verlauf Aufgrund des bekannten Uterus incarceratus wurde die notwendige Sectio caesarea in
einer modifizierten Technik komplikationslos durchgeführt. Ohne diese Vorkenntnis
wären schwerwiegende intraoperative Komplikationen, wie beispielsweise eine iatrogene
Harnblasenverletzung oder auch eine akzidentielle Hysterektomie zu befürchten gewesen.
Der Uterus konnte nach der Entwicklung des frühgeborenen und gesunden Kindes wieder
aufgerichtet werden. Intraoperativ ließ sich keine Ursache für die Uterusinkarzeration
darstellen. Der weitere postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig. Die bei
Aufnahme bestehende Beschwerdesymptomatik sowie die laborchemischen Veränderungen
sistierten beziehungsweise normalisierten sich rasch im weiteren stationären Verlauf.
Zusammenfassung Ein Uterus incarceratus ist eine seltene Manifestation, welche mit schweren Komplikationen
einhergehen kann. Unser Fall unterstreicht die Notwendigkeit einer entsprechenden
diagnostischen Vigilanz im pränatalen Setting.