Einleitung Fetale Wachstumsrestriktionen treten bei bis zu 10% aller Schwangerschaften auf.
Einige Dopplerparameter haben sich in der Pränatalmedizin bereits fest etabliert,
um die fetale Versorgung bzw. Gefährdung abschätzen zu können. Jedoch besteht weiterhin
Bedarf an standardisierten Parametern, um das perinatale Outcome bei fetaler Wachstumsrestriktion
bestmöglich vorhersagen zu können. Ziel dieser Arbeit ist daher der Vergleich bereits
fest etablierter mit neueren Dopplerparametern im Hinblick auf das perinatale Outcome.
Methodik In diese retrospektive Analyse wurden Schwangerschaften mit fetaler Wachstumsrestriktion
zwischen der 24.-40. Schwangerschaftswoche eingeschlossen (2005-2019). Neben einer
Fetometrie wurden Doppleruntersuchungen der Arteria umbilicalis und der Arteria cerebri
media durchgeführt. Hieraus wurden verschiedene Scores berechnet und miteinander verglichen.
Outcomeparameter für die statistische Auswertung waren das Gestationsalter zum Zeitpunkt
der Entbindung, der Entbindungsmodus, APGAR-Wert nach 5 Minuten, Nabelschnur-pH und
Geburtsgewicht.
Ergebnisse 333 Schwangerschaften mit fetaler Wachstumsrestriktion konnten für diese Studie ausgewertet
werden. Die umbilico-cerebrale Ratio zeigte im Vergleich zur cerebro-placentalen Ratio
eine höhere Assoziation bezogen auf die meisten untersuchten ungünstigen Outcomeparameter.
Eine Kombination mit dem GA_Scan und Pulsatilitäsindex der Arteria umbilicalis konnte
die Genauigkeit weiter verbessern.
Schlussfolgerung Unsere Ergebnisse zeigen, dass die umbilico-cerebrale der cerebro-placentalen Ratio
bei Feten mit Wachstumsrestriktion überlegen sein könnte und dass eine Kombination
mit weiteren Dopplerparametern die Aussagekraft der Untersuchung weiter erhöhen kann.
Prospektive Untersuchungen sollten hier weiter differenzieren, in welchem Kollektiv
welche Kombination aus Dopplerparametern zur individuellen Risikostratifizierung am
validesten eingesetzt werden kann.