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DOI: 10.1055/s-1999-251
Radiologische Horizonte
Diagnostische Radiologie: Bild, Anspruch und WirklichkeitHorizons of RadiologyPublication History
Publication Date:
31 December 1999 (online)

Unter Horizont verstehen wir den Gesichtskreis, genauer die Grenze des jeweiligen Gesichtskreises einer Person. Es ist im landläufigen Sinn die Linie in der Ferne, an der sich Himmel und Meer oder Himmel und Erde zu berühren scheinen. Unsere Sprache kennt den künstlichen und den natürlichen Horizont, den scheinbaren und den wahren, den geistigen, den engen und den weiten Horizont. Obwohl vieles oder manches unseren Horizont übersteigt, sind wir doch ständig bemüht, unseren Horizont zu erweitern. Der hiesige Röntgenkongreß ist dafür ein lebendiger Beweis.
Ich möchte im folgenden Beitrag nicht so sehr unseren radiologischen Horizont ausmessen als vielmehr in verschiedene Richtungen verstoßen, um Grenzen auszumachen bzw. zu erweitern. Was finden wir vor, wenn wir unseren Gesichtskreis zu überblicken suchen? Wo scheint sich unser Horizont zu verengen und wo können wir neue Horizonte ausmachen? Wie wird sich unser Fach in den nächsten 5, 10 oder 20 Jahren dem Betrachter darstellen?
Als Ausgangspunkt für meine Betrachtungen und Überlegungen wähle ich den mir vertrautesten Standpunkt: das Krankenhaus, die Universität, also meinen eigenen Horizont. Ich beginne mit dem radiologischen Gesichtskreis heute. Zum Wesen unseres Berufes gehört die Bildbetrachtung. Die Reduzierung des diagnostischen Radiologen allerdings auf den kontemplierend vor dem Röntgenfilm oder dem Monitor verharrenden ärztlichen Bildbetrachter ist falsch, zumindest meist. Ein diagnostischer Radiologe sitzt üblicherweise nicht in einer abgedunkelten Gruft, er arbeitet, analysiert, agiert und kommuniziert auf der Oberwelt.
Prof. Dr. M. Heller
Direktor der Klinik für Diagnostische Radiologie Christian-Albrechts-Universität Kiel
Arnold-Heller-Str. 9
D-24105 Kiel
Phone: 0431/597-3153
Fax: 0431/597-3151
Email: martin.heller@rad.uni-kiel.de