Zusammenfassung
Einleitung: Das Geburtssimulationssprogramm
Anapelvis 2.0 wurde entwickelt, um ein cephalopelvines
Missverhältnis vorhersagen zu können und so die psychisch und
physisch ungünstige Situation einer sekundären Sectio caesarea zu
vermeiden. - Patientinnen und Methoden:
Untersucht wurden 71 Patientinnen der Universitätsfrauenklinik
Mannheim im Zeitraum vom 01. 01. 1999 bis
28. 02. 2001, bei denen sich aus der Anamnese oder klinisch der
Verdacht auf ein Missverhältnis ergab. Die Patientinnen wurden über
die Möglichkeit der computergestützten Geburtssimulation unterrichtet
und diese nach standardisiertem Schema durchgeführt. -
Ergebnisse: Von den untersuchten Patientinnen folgten
87,3 % in ihrer Entscheidung für den Geburtsmodus dem Ergebnis der
Geburtssimulation. Die vorliegenden Geburtsverläufe konnten in
76,1 % der auswertbaren Fälle korrekt vorhergesagt werden. -
Diskussion: Auch wenn die computergestützte
Geburtssimulation nicht abschließend evaluiert ist, stellt sie einen
zusätzlichen Informationsgewinn für die Planung des Geburtsmodus dar,
den zahlreiche Patientinnen nutzen. Entscheidend für die Akzeptanz und die
Validität des Verfahrens sind eine umfassende Aufklärung der
Patientin und eine exakte Erhebung der sonographischen und pelvimetrischen
Messparameter.
Clinical use of the birth simulation program
“Anapelvis 2.0” for prediction of feto-maternal
disproportion
Summary
Introduction: The birth simulation program
Anapelvis 2.0 was developped to predict feto-maternal disproportion in
order to avoid the unfavourable accompanying phenomena of a secondary caesarean
section. - Patients and methods: The system was
used in 71 patients of the Women's Hospital of the University of
Mannheim during the period 01. 01. 1999 to
28. 02. 2001. These women were prone to feto-maternal
disproportion according to their obstetrical history or to clinical findings.
They were informed about the possibility of a computed birth simulation which
was carried out in accordance with a standardized scheme. -
Results: 87.3 % of all patients followed the
suggestion of the birth simulation in their decision concerning birth planning.
In 76.1 % of the evaluated cases the delivery process was correctly
predicted. - Discussion: Even though the
computed birth simulation has not yet been finally evaluated, it represents a
source of important information for birth planning which numerous patients
appreciate. It is essential for the acceptance and validity of the procedure to
inform the patient comprehensively and to generate exact pelvimetric and
fetometric data.
Schlüsselwörter
Geburtssimulation - Missverhältnis - Pelvimetrie
Key words
Birth simulation - feto-maternal disproportion - pelvimetry
Literatur
-
1
Bechtold I, Weber G, Zieger W K, Lehmann K J, Melchert F.
Erste klinische Erfahrungen mit dem
Geburtssimulationsprogramm Anapelvis 2.0 an der
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Geburtshilfe Frauenheilkd.
2000;
60
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-
2
Wischnik A, Nalepa E, Lehmann K J, Wentz K U, Georgi M, Melchert F.
Zur Prävention des menschlichen Geburtstraumas.
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Geburtsvorganges mit Hilfe der Kernspintomographie und der
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Geburtshilfe Frauenheilkd.
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53
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-
3
Wischnik A, Werner T, Bohndorf K.
Zur Prävention des menschlichen Geburtstraumas.
II. Mitteilung: Wissensbasierte Geburtsplanung und -visualisierung
mittels bildgebender Verfahren und PC-gestützter Simulation.
Geburtshilfe Frauenheilkd.
1999;
59
77-84
Dr. Claudia Förster
Universitäts-Frauenklinik Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
D-68167 Mannheim