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DOI: 10.1055/s-2002-35145
Karl F. Haug Verlag, in: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG
„Tumor & Health”
Ein Verein stellt sich vorPublication History
Publication Date:
30 October 2002 (online)

Wie ein Tumor entsteht, ist in der heutigen Zeit wissenschaftlich gut belegt. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Forschung erstaunliche Fortschritte gemacht, was die fundamentalsten Prozesse des Tumorgeschehens anbelangt - jene auf molekularer Ebene.
Diese Forschungsergebnisse werden der kritischen Überprüfung künftiger Forschergenerationen standhalten müssen und sehr wahrscheinlich die Grundlagen für völlig neuartige Therapieansätze bilden.
Zwar kann heute niemand genau vorhersagen, wann Behandlungsverfahren, die gezielt in die molekularen Veränderungen der Tumorzellen eingreifen, eine breite Anwendung finden werden, da die Umsetzung neuer Erkenntnisse in die klinische Routinepraxis ein langwieriger und kostenintensiver Prozess ist. Doch die Anfänge in diese Forschungsrichtung sind gemacht worden [[1]].
Neben neuen, forschungsrelevanten Tumorstrategien können die letalen Folgen dieses Krankheitsbildes durch gesundheitsrelevante Verhaltensweisen und die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, die eine Früherkennung ermöglichen und damit die Heilungschancen erhöhen, ebenfalls vermindert werden.
Zu den gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen (Prävention) gehört vor allem, nicht zu rauchen beziehungsweise umgehend mit dem Rauchen aufzuhören. Denn dafür ist es nie zu spät. Ein ehemaliger Raucher erreicht nach ca. 10 Jahren dasselbe Lungenkrebsrisiko wie jemand, der nie Nikotin konsumiert hat. Man vermutet zudem, dass die Kombination von Nikotin und Alkohol verstärkt an der Entstehung von Tumorerkrankungen der oberen Atemwege und des oberen Magen-Darm-Trakts beteiligt ist.
Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme ist der regelmäßige Verzehr bestimmter Gemüsesorten und anderer Nahrungsmittel, die den krebserzeugenden Stoffen - sogenannten Karzinogenen oder Kanzerogenen - im Körper entgegenwirken. Die Nahrung sollte überwiegend aus frischem Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchten bestehen und arm an dunklem Fleisch, gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker sein. Weiterhin sind Vollkornbrot und Naturreis anstelle von Weißbrot und geschältem Reis in den Ernährungsplan aufzunehmen [[2]].
In den letzten Jahren konnte durch mehrere wissenschaftliche Arbeiten nachgewiesen werden, dass moderates Ausdauertraining eine Erhöhung der Aktivität des Immunsystems und eine damit verbundene Verminderung des Tumorwachstums bewirkt [[3]].
Den enormen Nutzen der Prävention als Mittel zur Abwehr von Tumorerkrankungen hat die breite Öffentlichkeit bis jetzt noch nicht richtig erkannt, denn sonst wären die sogenannten „ungesunden” Verhaltensweisen nicht so weit verbreitet. Diese enttäuschende Betrachtung kann vielleicht dadurch erklärt werden, dass es sich definitiv nicht nachweisen lässt, ob ein gesunder Lebenswandel bei einer Einzelperson tatsächlich ein Tumorwachstum verhindert hat oder ob diese auch sonst nicht erkrankt wäre.
Eine erfolgreiche Tumorbehandlung erregt meistens eine breitere Aufmerksamkeit, denn das positive Ergebnis - der eventuelle Erfolg - zeigt sich schon recht bald. Wenn jemand hingegen eine gesündere Lebensweise beginnt, etwa das Rauchen aufgibt, macht sich ihr günstiger Effekt erst nach Jahren bemerkbar.
References
- 01 Varmus H., Weinberg R. A.. Gene und Krebs. Biologische Wurzeln der Krebsentstehung. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg; 1994
- 02 Schottenfeld D., Fraumeni J. F.. Cancer Epidemiology and Prevention. Oxford University Press 1996
- 03 Peters C., Schulz T., Michna H.. Exercise in cancer therapy. European Journal of Sports Science. 2 (3) 2002; 1-14
01 1 Im Namen der Gründungsmitglieder: Prof. Dr. Dr. H. Michna, Dr. G. Hartmann, Prof. Dr. U. Engelmann, Prof. Dr. Dr. J. Hackforth E. Biermann, H. Hartmann, J. Hoepner
02 *Dank gilt der Firma Bayer Vital GmbH, Geschäftsbereich Diagnostics, für die unentgeltliche Bereitstellung der PSA-Screening-Tests.
Adresse:
Tumor & Health e.V.
Amsterdamer Str. 72
50735 Köln
Der Verein ist in seiner Arbeit auf ideelle und materielle Unterstützung breiter Interessenskreise angewiesen:
Spendenkonto: 100 115 500 Sparkasse Leverkusen (Bankleitzahl: 375 514 40);
oder
Lehrstuhl für Gesundheitsförderung TU München
Connollystr. 32
80809 München