In der vorliegenden Arbeit werden einige Daten berichtet zu Häufigkeit, Komorbidität und Schwere der Beeinträchtigung von Patienten mit Sozialer Phobie, die sich in stationäre psychotherapeutische Behandlung begeben haben. Danach wurde bei fast 18 % einer unausgelesenen Stichprobe von n = 746 Patienten die ICD-10-Diagnose Soziale Phobie gestellt. Die Störung trat praktisch nicht als alleiniges Krankheitsbild auf: Bei 99 % der Patienten wurde mindestens eine weitere psychiatrische ICD-10-Diagnose gestellt. Die weitaus häufigsten komorbiden Störungen waren Affektive (depressive) Störungen, Anpassungsstörungen und vor allem Persönlichkeitsstörungen. In unserer Stichprobe erwiesen sich die Patienten mit Sozialer Phobie als stark beeinträchtigt. Hierfür sprechen die hohen Komorbiditäten (3,8 Diagnosen im Mittel), die Stärke der Beeinträchtigung im Beeinträchtigungs-Schwere-Score (80 % mit „schwerer” bis „außerordentlich schwerer Erkrankung”), der hohe Prozentsatz an Arbeitsunfähigkeit vor Klinikaufnahme (64 %) sowie der hohe Prozentsatz von Patienten ohne Berufsabschluss (30 %). Zu nennen ist hier weiterhin ein hohes Ausmaß an Persönlichkeitsstörungen (62 %), Suizidalität und Traumatisierung. Auch die von den Patienten in Selbstbeurteilungsverfahren bei Aufnahme in die Klinik angegebene Symptombelastung (SCL-90-R, GSI = 1,42) und das Ausmaß an interpersonellen Problemen (Inventory of Interpersonal Problems, IIP-Gesamt = 15,5) ist verglichen mit den Daten anderer Untersuchungen außerordentlich hoch.
Soziale Ängste, - Soziale Phobie, - Prävalenz, - Komorbidität, - Schwere der Beeinträchtigung, - Stationäre Psychotherapie