Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-2004-813031
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Verletzungen im olympischen Handballturnier: eine Videoanalyse
Injuries in Handball: a Video AnalysisPublication History
Publication Date:
26 May 2004 (online)


Zusammenfassung
Einleitung: Das Ziel dieser Arbeit war es, Handballverletzungen mit einer Videoanalyse zu untersuchen. Methode: Es wurden 59 auf Video aufgezeichnete Verletzungen eines olympischen Handballturniers der Männer von zwei unabhängigen Beobachtern analysiert. Die Untersuchung orientierte sich an dem von Teitz entwickelten Erhebungsbogen zur Videoanalyse von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes. Im Vordergrund standen die Parameter Körperregion, Position auf dem Spielfeld, Kontakt/Nichtkontakt, Angriff/Abwehr und Feldspieler/Torwart. Ergebnisse: Die meisten Verletzungen kamen am Kopf (n = 20), der unteren Extremität (n = 15), im Thorax- und Bauchbereich (n = 9) sowie an der oberen Extremität (n = 9) vor. Hinsichtlich der Spielposition erfolgten die Verletzungen am häufigsten in der Mitte (n = 20), gefolgt von der linken (n = 13) und rechten (n = 9) Außenposition. Die verletzten Spieler befanden sich zum Zeitpunkt der Verletzung überwiegend im Angriff (84 %) und meistens waren die Feldspieler (97 %) betroffen. 86 % der Verletzungen kamen durch Gegnerkontakt zustande. Schlussfolgerungen: Die vorliegende Studie zeigt, dass im Bereich des Kopfes ein hohes Risiko für Kontaktverletzungen besteht. Die Kontaktverletzungen können wahrscheinlich nur durch ein konsequenteres Durchgreifen der Schiedsrichter oder durch Regelmodifikationen vermieden oder wenigstens reduziert werden. Koordinative Elemente im Handballtraining könnten die Anzahl der Nichtkontaktverletzungen vermindern.
Abstract
Introduction: The aim of the study was to achieve injury situations in European team handball with a video based method. Methods: A video tape containing 59 injuries of an Olympic handball tournament were analyzed by two observers (sports-scientist, orthopaedic surgeon). The analysis was based on a method previously published by Teitz, which was developed to analyze ACL-injuries. The parameters body region, field position, contact/non-contact, offense/defense, field player/goal keeper were mainly used. Results: The most injuries were localized at the head (N = 20), the lower limb (N = 15), thorax and abdomen (N = 9) and the upper limb (N = 9). Concerning the field, the most injuries were in the midfield (N = 20), followed by the left (N = 13) and right (N = 9) outside position. The injured players were mostly in the offense (84 %), and in the majority of cases the field players were affected (97 %). 86 % of the injuries accomplished by contact. Conclusion: The head has a high risk, predominantly of contact injury. Contact-injuries could only be reduced by strict decisions of the referees. Non-contact injuries should be prevented by a special coordinative training.
Schlüsselwörter
Verletzungen - Videoanalyse - Handball
Key words
Injuries - video analysis - handball