psychoneuro 2006; 32(6): 300
DOI: 10.1055/s-2006-948056
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Migräne-Prophylaxe - Chronischen Kopfschmerzen vorbeugen

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Publication Date:
10 July 2006 (online)

 
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Seit der Einführung der Triptane in die Migräne-Therapie hat sich die Lebensqualität für die meisten Betroffenen entscheidend verbessert. Doch wichtige Probleme blieben ungelöst: die Behandlung ist nach wie vor nicht ursächlich, sondern rein symptomatisch. Das bedeutet zum einen, dass die Gefahr einer Chronifizierung der Migräne nicht gebannt ist. Zum anderen kann bei häufigen Migräneattacken ein Schmerzmittelkopfschmerz aufgrund gesteigerter Medikamenteneinnahme hinzukommen. Auf dieser Grundlage kommt der Migräneprophylaxe besondere Bedeutung zu. Hier hat sich die Situation seit der Einführung von Topiramat grundlegend gebessert. Darauf wies Dr. Jochen Schumacher, Kassel, auf einer Pressekonferenz[1] hin.

Bislang sind die Bemühungen, Migräneattacken mit Medikamenten vorzubeugen, in der Praxis eher gescheitert, betonte der niedergelassene Neurologe. Das lag seinen Ausführungen nach an der unzuverlässigen Wirksamkeit und insbesondere an der schlechten Verträglichkeit der Therapien.

Die Gefahr einer Chronifizierung der Migräne bezifferte PD Dr. Volker Limmroth, Köln-Merheim, auf 14% innerhalb eines Jahres. Der Neurologe stützte sich dabei auf Daten aus einer Essener Untersuchung von 532 Patienten mit episodischer Migräne. Hauptprädiktoren zur Entwicklung einer chronischen Migräne waren demnach die Frequenz der Attacken sowie die Frequenz der Einnahme von Akutmedikamenten. Demgegenüber konnte eine Subgruppen-Analyse der großen Topiramat-Zulassungsstudien jetzt zeigen, dass die Patienten der Verumgruppe innerhalb von sechs Monaten signifikant weniger chronische Kopfschmerzen entwickelten als die Patienten der Plazebogruppe, so Limmroth. Dies ging mit einer deutlichen Abnahme der Akutmedikation einher.

Mehr als die Hälfte aller Migränepatienten könnten gemäß der Indikationskriterien von einer Prophylaxe profitieren. Das hob Dr. Johannes Horlemann, Kevelaer, hervor. Tatsächlich sind es derzeit aber nur 5%. Das sollte sich nach Auffassung des Allgemeinmediziners ändern. Denn mit Topiramat liege nun seit einem halben Jahr ein potentes Migräneprophylaktikum vor, mit dem die Anfallshäufigkeit um mehr als 50% gesenkt werden könne. Die Compliance werde zudem durch Nebenwirkungsarmut gestärkt. Insbesondere sei keine Gewichtszunahme zu befürchten.

Martin Wiehl

04 Fachpressekonferenz "Ein halbes Jahr TOPAMAX® MIGRÄNE - Erfahrungen, Optionen und Herausforderungen" in München am 24. April 2006, veranstaltet von Janssen-Cilag

04 Fachpressekonferenz "Ein halbes Jahr TOPAMAX® MIGRÄNE - Erfahrungen, Optionen und Herausforderungen" in München am 24. April 2006, veranstaltet von Janssen-Cilag