Thorac Cardiovasc Surg 1955; 3(6): 451-460
DOI: 10.1055/s-0028-1102715
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Die alveolaren Ventilationsverhältnisse bei intermittierender Überdruckbeatmung während intrathorakaler Operationen

Lothar Barth
  • Institut für Medizin und Biologie der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Abteilung Geschwulstklinik (Ärztl. Direktor: Professor Dr. H. Gummel) Berlin-Buch
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
12. Dezember 2008 (online)

Zusammenfassung

1. Vergleich der wichtigsten Methoden, welche zur Beseitigung der respiratorischen und zirkulatorischen Störungen des offenen Thorax klinisch angewandt wurden. Näher wird auf die Besonderheiten der intermittierenden Überdruckbeatmung eingegangen.

2. Bei intermittierender Überdruckbeatmung wurden im Verlaufe intrathorakaler Operationen Alveolargasanalysen und Atemvolumenmessungen an beiden Lungen getrennt ausgeführt. Dabei fanden sich auf der Seite der Thoraxeröffnung regelmäßig niedrigere alveolare CO2-Drucke und gewöhnlich größere Atemminutenvolumina als auf der gesunden Seite. Daraus ergibt sich, daß die im Operationsfeld liegende Lunge — bis zur endgültigen Ausschaltung aus der Respiration — die Hauptrolle im pulmonalen Gasaustausch spielt.

3. Eine bessere Ventilation der teilkollabierten Lunge im Operationsfeld wird ermöglicht: a) durch Totraumverringerung infolge Verkleinerung des Residualvolumens und durch Verschiebung des Verhältnisses Residualvolumen/Atemvolumen zugunsten des Atemvolumens sowie b) durch einseitige Erhöhung des Atemvolumens auf Grund vergrößerter Exkursionsfähigkeit der teilkollabierten Lunge.

4. Lagerungseinflüsse sind an den seitendifferenten Ventilationsverhältnissen unbeteiligt. Ferner kann wahrscheinlich gemacht werden, daß eine unterschiedliche Lungendurchblutung — im Sinne einer Minderdurchblutung der teilkollabierten Lunge — nicht besteht.