PSYCH up2date 2018; 12(03): 207-223
DOI: 10.1055/s-0043-115458
Abhängigkeitserkrankungen

Akut- und Substitutionstherapie der Opioidabhängigkeit

Adrian Groh
,
Stefan Bleich
,
Thomas Hillemacher

Bei der Behandlung der Opioidabhängigkeit gilt es psychische und physische Komorbiditäten zu bedenken und zu behandeln. In vielen Fällen ist eine „Harm Reduction“ bereits ein Behandlungserfolg. Die Entwicklung der Prävalenz der Opioidabhängigkeit ist ungewiss.

Kernaussagen
  • Der Initialkontakt zu Opioiden kann iatrogen in Form von Medikamenten als auch illegal erfolgen.

  • Die physische Abhängigkeit setzt wie die psychische schnell ein und die Entzugssymptomatik wird von den Patienten als äußerst belastend empfunden.

  • Neben der Entgiftungsbehandlung ist auch die Erhaltungsbehandlung (Substitution) in Deutschland mit (Levo-)Methadon, Buprenorphin, Morphin und Diacetylmorphin möglich.

  • Häufigste psychiatrische Komorbiditäten sind Depressionen, Persönlichkeitsstörungen und Angststörungen. Häufigste somatische Komorbiditäten sind Infektionserkrankungen wie Virushepatitiden und die HIV-Infektion.

  • In den USA kam es bereits zu einer „2. Welle“ der Opioidabhängigkeit mit Einzug in die Mittelschicht, bedingt durch die jahrelange niedrigschwellige iatrogene Verschreibung und die leichtere Verfügbarkeit sowie den gestiegenen Reinheitsgrad von Heroin.

  • Die Abhängigkeit begleitet heutzutage viele Patienten bis ins Alter.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
14. Mai 2018 (online)

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