Klin Monbl Augenheilkd 1999; 215(8): 140-143
DOI: 10.1055/s-2008-1034687
© 1999 Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Rezidivierende Okulomotoriusparese im Kindesalter - Langzeit-Beobachtung

Recrrent ocular nerve palsy in childhood - long-time ObservationBeate Schmal, Elisabeth Schulz
  • Universitäts-Augenklinik Hamburg, Abt. für Orthoptik und Pleoptik (Direktor: Prof. Dr. med. W. Haase)
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Publication History

Manuskript erstmalig eingereicht am 24.11.1998

in der vorliegenden Form angenommen am 6.5.1999

Publication Date:
25 March 2008 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund Die Ursachen von rezidivierenden N-III-(und N-VI-)Paresen bleiben häufig ungeklärt; unter Umständen demaskieren sie sich überraschend bei langjährigen Verlaufsbeobachtungen.

Patientin Bei der Erstuntersuchung war die Patientin 5 Jahre alt und hatte zum zweiten Mal eine flüchtige Okulomotoriusparese rechts. Die Lähmungen traten in Intervallen von 1 bis 2 Jahren, mit anfänglicher Rückbildung innerhalb von Tagen, später von Wochen bis Monaten, auf. Es lag keine Zusatzsymptomatik vor. Bei 3 von 4 Lähmungsschüben trat die Parese in zeitlichem Zusammenhang mit einem respiratorischen oder zuletzt gastrointestinalen Infekt in Erscheinung. Die kinderärztlichen, neurologischen und neuro-radiologischen Befunde waren unauffällig. Im Verlauf erfolgten 2 weitere Lähmungsschübe, wobei der letztere eine langsamere Rückbildung zeigte und eine transiente Lidsyn-kinesie.

Schlußfolgerung Eine ophthalmoplegische Migräne ist im jüngeren Kindesalter als parainfektiöse N-III-Parese maskiert. Sorgfältige Verlaufskontrollen sowie eingehende und anhaltende Kommunikation zwischen Pädiatern und Ophthalmologen sind gefordert, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Summary

Background The underlying pathology of recurrent IIIrd (and VIth) Nerve palsy are often unknown. Long-term observation sometimes reveal surprising causes.

Patient At the first presentation in the clinic the patient was 5 years old and suffered from the second episode of the palsy (which regressed quickly). Two recurrences followed in intervals of 1 to 2 years, the first lasted for days, the second for months. In the last palsy transient synkinesis of the upper lid was seen. Three of the four events were preceded by gastrointestinal or respiratory infection. Pediatric and neurological findings and NMR were normal. Later , the girl suffered from migraine with gastrointestinal involvement. Conclusion Migraine can be masked by gastrointestinal or respiratory infection.