Ultraschall Med 2009; 30(4): 422
DOI: 10.1055/s-0029-1238249
DEGUM-Mitteilungen

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Was uns so umtreibt... Treffen der Vorstände von DEGUM, ÖGUM und SGUM:

Further Information

Publication History

Publication Date:
23 September 2009 (online)

 

Jährliche Höhepunkte der Zusammenarbeit der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaften für Ultraschall in der Medizin sind die Dreiländertreffen - das nächste findet im Oktober in Salzburg statt. Darüber hinaus ist viel Arbeit im Hintergrund erforderlich. Jährlich einmal treffen sich die Vorstände der 3 Gesellschaften, zuletzt Anfang Mai 2009 auf Einladung unserer Schweizer Kollegen.

Regelmäßiges Thema ist natürlich der gemeinsame Kongress: Rückschau, Planung, gemeinsame Zertifikate, und, natürlich, Finanzen. Auch an uns geht die Krise nicht vorbei: Unsere Partner aus der Industrie haben unsere Kongresse stets mit unterstützt. Dass ihre Valenzen hierfür inzwischen schmal sind, kann sich jeder denken. Wie können unsere Kongresse unter diesem Vorzeichen künftig aussehen? Hier ist unsere Phantasie gefragt, wie wir mit weniger Mitteln womöglich Veranstaltungen mit neuen Stärken und neuem Charme machen können. Im Abschied vom Gewohnten liegt eine Chance.

Im übrigen haben alle 3 Gesellschaften ihre eigene Geschichte, Struktur und auch rechtliche Stellung, so dass eine enge Abstimmung Not tut. So ist z.B. die SGUM direkt in das Zulassungswesen eingebunden, einer Aufgabe, die in Deutschland den kassenärztlichen Vereinigungen und in Österreich den Kammern als öffentlich-rechtlichen Körperschaften vorbehalten ist - die DEGUM als wissenschaftliche Fachgesellschaft hat keine vergleichbaren Befugnisse. In allen 3 Gesellschaften sind Kurssysteme historisch gewachsen - wer seine Ausbildung im deutschsprachigen Ausland absolviert, wird nach der gegenseitigen Anerkennung fragen. Man denke an die "Heimkehrer", die als Assistenten in der Schweiz waren.

Dieses Thema ist nicht einfach, denn keiner der Gesellschaften steht es ohne weiteres frei, die Maßstäbe zu interpretieren. Da wären zunächst die Kursleiter: Die Anerkennung von Kursleitern aus den Nachbarländern fällt in die Zuständigkeit der Sektionen und ggf. Arbeitskreise, welche die Voraussetzung für die Qualifikation eigenständig verabschiedet haben. Diese sind gehalten, sich in nächster Zukunft abzustimmen. Schwieriger wird es mit den Kursen: Die geforderte Stundenzahl und die Inhalte (z.B. Abdomenkurs einschließlich oder ohne Schilddrüse bzw. Thorax) weichen erheblich voneinander ab. Alle 3 Gesellschaften beabsichtigen, die Abdomenkurse wechselseitig anzuerkennen; bei vielen anderen Kursen ist noch erhebliche Abstimmung in den Sektionen erforderlich. Aber um es klar zu sagen: Mit der Anerkennung eines in der Schweiz absolvierten Kurses durch die DEGUM ist für den Betreffenden wenig gewonnen, solange die Zahl der Kursstunden für eine Anerkennung durch die KV nicht ausreicht. Nach aktuellem Stand ist dies nicht der Fall, denn die Anforderungen in den Ultraschallvereinbarungen sind ehern. Für Deutsche, die beabsichtigen nach einer Ausbildung in der Schweiz zurückzukehren, kann dies bedeuten, dass sie hier weitere Kurse absolvieren müssen.

Eine weitere Entwicklung, die sich in allen drei Ländern abzuzeichnen beginnt, ist die Sonografie durch nichtärztliches Personal. Wir haben allen Grund, uns diesem Trend zu widersetzen, denn der Ultraschall ist, wie die klinische Untersuchung, eine originär ärztliche Leistung und - mit Ausnahmen - nicht in ähnlicher Form standardisierbar wie beispielsweise CT oder MRT. Auch ist nicht einzusehen, warum eine ärztliche Leistung wie der Ultraschall auf Assistenzpersonal übertragen werden soll, und den Ärzten zugleich nichtärztliche Aufgaben aufgebürdet werden: Kodieren, dokumentieren, Arztbriefe selbst tippen...

Indes ist es mit bloßem Verneinen nicht getan, solange der von Ärzten durchgeführte Ultraschall in der Breite qualitative Defizite hat, und die speziell ausgebildeten "Sonographers" in angelsächsischen Ländern dem gegenübergestellt werden. Umso wichtiger ist das Bemühen der DEGUM um eine breite und hohe Qualifikation in der Ärzteschaft. Die Diskussion hat aber gerade erst begonnen, und alle 3 Gesellschaften sind gut beraten, sich hieran wach und mit Realitätssinn zu beteiligen. Sevgi Tercanli (SGUM), E. Hafner (ÖGUM) und Hans-Peter Weskott (DEGUM) werden sich hiermit längerfristig befassen.

Stefan Delorme, Heidelberg