Zusammenfassung
Hintergrund Die Versorgung der rheumatoiden Arthritis (RA) in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Anhand unterschiedlicher Datenquellen wurde der Zugang zu internistisch-rheumatologischen Fachärzten, zur Versorgung mit antirheumatischen Therapien und Impfungen, die Auswirkung von Komorbidität auf die Versorgung und die Krankheitslast der Patienten untersucht.
Methoden In dieser Übersichtsarbeit werden aktuelle, publizierte Daten aus der Kerndokumentation der Rheumazentren und dem PROCLAIR Projekt zur Versorgungssituation der RA vorgestellt und verglichen.
Ergebnisse Die Behandlungsergebnisse bei rheumatologisch betreuten Patienten mit RA haben sich in den letzten 20 Jahren eindrucksvoll verbessert. Dies zeigt sich in einem deutlichen Rückgang der Krankheitsaktivität, einer Verbesserung des Funktionsstatus und einem Anstieg der Erwerbstätigkeit. Bundesweit werden ungefähr zwei Drittel der RA-Patienten internistisch-rheumatologisch (mit-)betreut. Ein geringerer Erreichungsgrad wurde bei älteren Menschen, bei seronegativer RA und bei Patienten mit gleichzeitig bestehenden Komorbiditäten beobachtet. Die Verordnungshäufigkeit von disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs) ist abhängig vom Zugang zu einer internistisch-rheumatologischen Betreuung und reicht von 20% bei ausschließlich hausärztlich Versorgten bis zu 90% bei RA-Patienten, die in der Kerndokumentation erfasst werden. Die patientenberichtete Krankheitslast ist, unabhängig von der Spezialisierung der Versorger, hoch.
Fazit Die fortlaufende Entwicklung neuer Therapiestrategien zur Behandlung der RA hat zu einer erheblichen Verbesserung der Krankheitssituation rheumatologisch betreuter RA-Betroffener geführt. Auf Bevölkerungsebene bestehen weiterhin Versorgungsdefizite bei ausschließlich hausärztlich betreuten Patienten und bei einzelnen Bevölkerungsgruppen. Die bei einem Teil der Patienten immer noch hohe Krankheitslast sollte Ansporn sein, die Versorgung weiter zu optimieren.
Abstract
Background Rheumatoid arthritis (RA) care in Germany has changed significantly in recent decades. Access to specialists in internal medicine and rheumatology, access to anti-rheumatic therapies and vaccinations, and the impact of comorbidity on patient care and disease burden were investigated using various data sources.
Methods This review presents and compares current published data from the documentation of the national database and the PROCLAIR project on the supply situation of RA.
Results Treatment outcomes in RA patients receiving rheumatology care have improved dramatically over the past 20 years. This is reflected by a significant reduction in disease activity, an improvement in functional status and an increase in employment. Across Germany, approximately two-thirds of RA patients are treated by internal rheumatologists. Lower levels of attainment were observed in elderly people, in patients with seronegative RA and patients with comorbidities. The prescription frequency of disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs) depends on access to internal-rheumatological care and ranges from 20% in the case of patients treated exclusively by general practitioners to 90% in RA patients receiving rheumatology care. Patient-reported disease burden is high, regardless of the supplier's specialisation.
Conclusion The ongoing development of new treatment strategies for RA has led to a significant improvement in the disease situation of RA patients. The burden of disease, which continues to be high in some patients, should be an incentive to further optimise care.
Schlüsselwörter
Rheumatoide Arthritis - Versorgung - Therapie - Impfschutz - Krankheitslast
Key words
rheumatoid arthritis - health care - treatment - vaccination - disease burden