Abstract
Purpose Our process evaluation (trial registration: DRKS00022468) monitored
the implementation of a multi-component strategy including case management
aiming to improve rehabilitation coverage and work participation of people with
a high risk of permanent work disability.
Methods A risk score using administrative data, particularly on employment
and welfare benefits, was employed to identify individuals with higher
probability of receiving disability pension and therefore potentially needing
support. These individuals were contacted by post and encouraged to phone their
regional case manager if they needed assistance. Content for the intervention
components was developed collaboratively with the case managers. We examined the
sample reached, dose delivered, fidelity, dose received and satisfaction with
the intervention.
Results Out of 1074 individuals with high-risk scores were contacted,
there were 57 case managements. The participants reached were in poor health,
and 42.1% reported at least four diagnosed conditions, mostly
musculoskeletal and mental disorders. About two-thirds (63.0%) reported
poor work ability at baseline. On average, 72.5% of the content of the
initial telephone contacts, 88.7% of the content of the face-to-face
interviews and 45.2% of the content of the case management were
delivered. The participants were highly satisfied with the various components
and content of the intervention. Knowledge about rehabilitation improved
significantly, with 43 of the 57 participants (75.4%) applying for
rehabilitation, mainly medical rehabilitation. At the end of the case management
intervention, most participants (91.7%) were still employed.
Conclusion The risk score offers an opportunity to screen for people with
a high risk of permanent work disability. Case management participants found
participation worthwhile and were significantly better informed about
participation services after completing case management. More than every second
participant received medical or vocational rehabilitation.
Zusammenfassung
Ziel der Studie Unsere Prozessevaluation (Studienregistrierung:
DRKS00022468) untersuchte die Umsetzung einer Mehrkomponentenstrategie
einschließlich eines Fallmanagements, die darauf abzielte, die
Rehabilitationsinanspruchnahme und Erwerbsbeteiligung von Menschen mit einem
erhöhten Risiko eines Erwerbsminderungsrentenbezugs zu verbessern.
Methodik Mit einem Risikoindex, der administrative Daten insbesondere zu
Beschäftigung und Lohnersatzleistungen nutzt, wurden Personen mit einer
erhöhten Wahrscheinlichkeit des Bezugs einer Erwerbsminderungsrente und
damit einhergehendem potenziellem Unterstützungsbedarf identifiziert.
Diese Personen wurden per Post kontaktiert und aufgefordert, ihre regionale
Fallmanagerin oder ihren regionalen Fallmanager anzurufen, wenn sie
Unterstützung benötigten. Die Inhalte der
Interventionskomponenten wurden in Zusammenarbeit mit den Fallmanagerinnen und
Fallmanagern entwickelt. Wir untersuchten die erreichte Stichprobe, die
verabreichte Dosis, die Behandlungstreue, die erhaltene Dosis und die
Zufriedenheit mit der Intervention.
Ergebnisse Es wurden 1074 Personen mit hohen Risikowerten kontaktiert.
Dies führte zu 57 Fallmanagements. 42,1% der Teilnehmenden gaben
mindestens vier diagnostizierte Erkrankungen an, v. a.
Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Störungen. Etwa zwei Drittel
(63,0%) berichteten zu Beginn der Maßnahme eine schlechte
Arbeitsfähigkeit. Die Umsetzungsgenauigkeit der vorher festgelegten
Inhalte lag für die telefonischen Erstkontakte bei 72,5%, das
Erstgespräch bei 88,7% und dem Fallmanagement bei 45,2%.
Die teilnehmenden Personen waren mit verschiedenen Komponenten und Inhalte der
Intervention sehr zufrieden. Die Informiertheit über die rehabilitative
Versorgung verbesserte sich durch die Teilnahme am Fallmanagement deutlich. 43
der 57 teilnehmenden Personen (75,4%) beantragten eine Rehabilitation,
hauptsächlich eine medizinische Rehabilitation. Am Ende des
Fallmanagements waren die meisten teilnehmenden Personen (91,7%)
weiterhin erwerbstätig.
Schlussfolgerung Unser Modellvorhaben hat eine neue Strategie
implementiert, um die Teilhabe von Personen zu unterstützen, die ein
hohes Risiko für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente haben. Die
Teilnehmenden des Fallmanagements empfanden die Teilnahme als lohnenswert und
waren nach Abschluss des Fallmanagements über Teilhabeleistungen
deutlich informierter. Mehr als jede zweite teilnehmende Person bekam eine
Teilhabeleistung (medizinische oder berufliche Rehabilitation) bewilligt.
Key words case management - rehabilitation - process evaluation - disability pension - return-to-work - employment
Schlüsselwörter Fallmanagement - Rehabilitation - Erwerbsminderungsrente - Rückkehr in Arbeit - Beschäftigung - Prozessevaluation