Zusammenfassung
Ziel:
Es wurde retrospektiv untersucht, ob Weichteilverletzungen einen negativen Einfluss auf die Ergebnisse von operativ versorgten intraartikulären Basisfrakturen der Mittelphalangen haben.
Patienten und Methode:
Im Zeitraum von 01/2007 bis 04/2010 wurden insgesamt 27 Patienten mit 27 dislozierten, intraartikulären Basisfrakturen der Mittelphalanx operativ versorgt. Eingeschlossen wurden 22 operative Versorgungen mit Spickdrahtosteosynthesen, Schraubenosteosynthesen und mit dynamischem Fixateur externe. Die Gruppe ohne signifikante Weichteilverletzungen (kWTV) bestand aus 13 Patienten, die Gruppe mit Weichteilverletzungen (WTV) aus 9 Patienten. Die WTV setzten sich aus offenen Frakturen, Hautlazerationen, deutlichen geschlossenen Weichteilschäden oder/und Kapsel-Band-Verletzungen zusammen. Ausgedehnte Haut-/Weichteildefekte und Sehnenverletzungen zeigten sich nicht. Die Fingerfunktion wurde mit dem durch Larsen beschriebenen Evaluationssystem für intraartikuläre Phalanx-Frakturen sowohl für den aktiven totalen Bewegungsumfang (TAM) als auch für den aktiven Bewegungsumfang im proximalen Interphalangealgelenk (PIP-ROM) bewertet. Die Komplikationen wurden erhoben. Die medizinische Behandlungszeit lag im Mittel in der kWTV-Gruppe bei 23 Wochen (6–52 Wochen), in der WTV-Gruppe bei 30 Wochen (13–60 Wochen).
Ergebnisse:
Es bestanden signifikant schlechtere Ergebnisse (p=0,04) in Bezug auf den TAM in der WTV-Gruppe (kWTV-Gruppe: TAM 231,2° vs WTV-Gruppe: TAM 197,1°), obwohl in beiden Gruppen insgesamt gute bis sehr gute Resultate in Bezug auf den Evaluationsscore nach Larsen vorhanden waren (kWTV-Gruppe 100%, WTV-Gruppe 88,9%). Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Resultate des PIP-ROM (kWTV-Gruppe: 74,9°, WTV-Gruppe 69,1°).
Schlussfolgerung:
Weichteilverletzungen führen zu einem signifikant schlechteren totalen Bewegungsumfang (TAM), Dieser Effekt konnte jedoch nicht für die Beweglichkeit im PIP-Gelenk gezeigt werden. Hier scheinen andere Faktoren eine wesentlichere Rolle zu spielen. Insgesamt lassen sich aber durch eine adäquate operative Therapie bei dem überwiegenden Anteil aller intraartikulären Mittelglied-Basisfrakturen auch bei Vorliegen von WTV gute bis sehr gute funktionelle Resultate erzielen.
Abstract
Background:
The aim of this study was to investigate retrospectively if soft tissue injuries have an impact on the functional results of surgically treated intra-articular fractures of the base of the middle phalanx.
Patients and Methods:
From 1/2007 to 4/2010 we operated on 27 patients with intra-articular fractures of the base of the middle phalanx with pins, screws or external fixation analogous to Suzuki. 5 patients were excluded. 13 patients had no significant soft tissue injury (kWTV group), 9 patients had significant soft tissue damage including open fractures, skin lesions or/and severe soft tissue swelling (WTV group). Postoperative function and complications were analysed based on total active range of motion (TAM) and range of motion of the proximal interphalangeal joint (PIP-ROM) with regard to the Larsen score and clinical data.
Results:
Fractures with soft tissue injuries had a significantly worse TAM outcome (p=0.04) than fractures without soft tissue injury (kWTV group: TAM 197.1°; WTV group TAM 231.2°) even if the functional results regarding the Larsen classification were excellent or good in both groups (kWTV 100%, WTV 88.9%). There were no significant differences regarding PIP-ROM of both groups.
Conclusion:
Soft tissue injuries have a negative impact on the functional results of surgical treated intra-articular fractures of the base of the middle phalanx. The influence on PIP-ROM might be less. Other factors might play a considerable role for PIP-ROM. With an adequate operative treatment most intra-articular middle phalanx fractures show good to excellent functional results.
Schlüsselwörter
PIP-Gelenk - Fraktur - Osteosynthese - Weichteilverletzung
Key words
PIP joint - fracture - osteosynthesis - soft tissue injury